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Bogotá entdeckt den Afrobeat

Der Sound des kolumbianischen Undergrounds

Bogotá – Melting Pot des Landes

Demonstration für die Rechte der AfrodesendientesDemonstrationen für die Rechte der Minderheit und gegen die alltägliche Diskriminierung sind keine Seltenheit mehr in Stadtvierteln wie Ciudad Bolívar, Usme oder Soacha, wo sich die Flüchtlinge aus anderen Regionen Kolumbiens angesiedelt haben. Auch die drei MCs aus Quibdó sind mittlerweile nach Bogotá umgesiedelt, in den Melting Pot Kolumbiens. Dort werkelt die musikalische Vorhut des Landes, seien es die Altmeister von Sidestepper, der Band, die zu Beginn des neuen Jahrtausends den traditionellen Genres ein paar zusätzliche Beats unterjubelten, oder Musikpioniere wie Lucas Silva. Der Gründer von Palenque Records ist ein Entdeckungsreisender in Sachen afrokolumbianischer Musik und hat schon Ende der 90er-Jahre die ersten Champeta-Sampler auf den Markt gebracht.

Lucas Silva von Palenque RecordsDer Sound von der Karibikküste ist nach wie vor lebendig, und unzählige Soundsystems, in Kolumbien Picós, genannt, haben für dessen Verbreitung rund um die Karibikstädte Cartagena, Santa Marta oder der Karnevalsmetropole Barranquilla gesorgt. Dort ist Silva auf Schatzsuche gegangen, hat mit alten Meistern Platten aufgenommen, um die alten Rhythmen festzuhalten und sie für das neue Jahrtausend zu übersetzen. Er ist so etwas wie Kolumbiens Anthropologe des Afrobeat und gräbt immer wieder neue, längst vergessene Perlen an Kolumbiens Küsten aus. Dazu gehören afrikanische Cumbia-Nummern ebenso wie jene aus der Region des Río Magdalena.

Fahrt auf dem Río Magdalena / KolumbienDer Fluss, eine Hauptverkehrsader, über die nicht nur Bau- und Edelhäuser flussabwärts in Richtung Barranquilla transportiert werden, ist eine musikalische Fundgrube, wo vielfältige Varianten der Cumbia entstanden sind. „Erst die Popularität der Cumbia in Mexiko wie Argentinien hat dazu geführt, dass diese Stile heute wieder Beachtung finden“, sagt Silva. Im Zuge der Cumbia-Renaissance ist Silva aber abseits der ausgetretenen Pfade auf zahlreiche Schätze gestoßen. „Dass Nigerias Erfinder des Afrobeat, Fela Kuti, ausgerechnet in Kolumbien tiefe Spuren hinterlassen hat, hätte doch niemand für möglich gehalten“, lacht der 39-jährige Produzent und lässt zum Beweis zwei Songs von der Festplatte erklingen. Die sollen demnächst auf seinem Label erscheinen und belegen, dass Kolumbiens Musiker durchaus inspiriert wurden vom Sound aus Nigeria. Systematische Schatzsucher wie Silva, der jeweils rund 40 verschiedene Rhythmen an der Karibik- wie Pazifikküste kennt, sind derzeit noch selten in Kolumbien, aber immer mehr junge Musiker machen sich auf die Suche nach der eigenen musikalischen Identität.

Text
Henkel
Foto
Knut Henkel

Veröffentlicht am unter 89, Feature, Heft