Berlin: Erinnerung an Christian Broecking

Christian BroeckingChristian BroeckingAm 2. Februar vor fünf Jahren ist der Musikwissenschaftler und Soziologe, Journalist und Autor Christian Broecking im Alter von 63 Jahren in Berlin gestorben. Vor gut 30 Jahren war er Mitgründer vom Jazzradio Berlin, zudem arbeitete er als Journalist für die Jazzredaktionen verschiedener ARD-Anstalten und war regelmäßig in den Feuilletons überregionaler Zeitungen zu lesen, wie zum Beispiel der taz, der Süddeutschen Zeitung oder Die Zeit. Als Autor für Jazz thing verantwortete er neben Artikeln und Rezensionen auch regelmäßig die Kolumne „Community Talk“. Damit griff Broecking wieder das Konzept seines Buchs „Der Marsalis-Faktor“ von 1995 auf, mit dem er „kulturpolitische Gespräche zur afroamerikanischen Kultur der 90er Jahre“ (so der Untertitel) mit einigen der damals als „Young Lions“ bezeichneten Traditionalisten wie Wynton Marsalis ebenso dokumentierte wie mit den Avantgardist/-innen um Lester Bowie.

Im Exploratorium Berlin steht am 26. Februar die 13. Folge der Gesprächsreihe „imp[or]trait“ ganz im Zeichen der Lebensleistung Broeckings. Im Gespräch mit seiner Ehefrau Maxi Broecking will man „anhand ausgewählter Beispiele aus seinen Interviews zentrale Themen seines Denkens diskutieren und seinen umfassenden Blick auf kreative Musik beleuchten“, heißt es in der Ankündigung. Per Videobotschaft wird der afroamerikanische Posaunist und Komponist, Musikwissenschaftler und Jazzforscher George Lewis dazu geschaltet. Lewis möchte herausarbeiten, dass Broecking in seinen Interviews „nicht davor zurückschreckte, seine Gesprächspartner/-innen aufzufordern, sich den schwierigsten Fragen zu stellen – Fragen nach Ästhetik, Politik, Identität und, was heute besonders dringlich ist, nach der Zukunft der Musik.“ Das Exploratorium Berlin befindet sich in der Zossener Straße 24 in Berlin-Kreuzberg, Beginn von „imp[or]trait #13: In memoriam Christian Broecking – Zu seiner Bedeutung für den Jazz-Diskurs“ ist 20 Uhr.

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„imp[or]trait #13: In memoriam Christian Broecking“

Text
Martin Laurentius
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Privat

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