Der Albumtitel verrät es: Die Schweizer Robert Morgenthaler (Posaune) und Urs Röllin (Gitarre) sowie der estnische Schlagzeuger Tanel Ruben stehen in jedem der neun Titel unter Hochdruck. Die Kopf-Themen und Unisono-Parts dienen als Ventil, das sich zu Beginn der Solopassage öffnet für hyperaktives, hyperventilierendes Interplay. Da das Trio über keinen Bassisten verfügt, übernimmt oft einer der Schweizer Instrumentalisten dessen Rolle. Ein Arsenal an Effektpedalen bläst deren Klang bei Bedarf zu entsprechendem Rockformat auf, während Ruben, wie in dem sich zum Blues-Rock aufblähenden „So Low“, seinem inneren John Bonham freien Lauf lässt. Gleich darauf konterkariert sich das Trio selbst mit einer Improvisation aus zunächst erratischen Einzelsounds, die sich mit Mut zur Lücke zu einem ominösen „Riff For M“ verdichten. An Abwechslung und Virtuosität mangelt es auch auf der langen Strecke nicht, eher an eindringlichen Momenten wie diesem, die oft durch große Gesten und unstillbaren Vorwärtsdrang überspielt werden.
Text
Eric Mandel
Ausgabe
, Jazz thing 162
Veröffentlicht am 19. Feb 2026 um 07:59 Uhr unter Reviews