Gleich das erste Stück auf „VOYA“, „Unity And Four Reasons Of Hope“, macht deutlich, welche wichtige Rolle und Funktion der Bassist Robert Landfermann in diesem Quartett der Holländerin Tineke Postma einnimmt. Rhythmisch und metrisch fixiert der Kölner überhaupt erst den Rahmen, der die Musiker/-innen dieses paneuropäisch besetzten Ensembles improvisierend sich ausbreiten lässt. Kontrastierend fällt einem am ehesten ein, wenn man das neunte Album der Alt- und Sopransaxofonstin hört. Kantig und lyrisch zugleich gibt sich die Musik, die gleichermaßen etwas Zeitloses wie in der Zeit Verhaftetes hat. Die Freiheit in der ästhetischen Gestaltung verliert nie die Bodenhaftung, und selbst wenn die Akkordik über die Grenzen des harmonischen Raums hinausgeht, bleibt die tonale Grundierung stets präsent. Die Vokalisen in vier Stücken vom deutschen Expat in New York, Sänger Theo Bleckmann, verstärken noch die archaische Dringlichkeit der wirklich frei improvisierten Musik von Postma und Co.
Text
Martin Laurentius
Ausgabe
, Jazz thing 162
Veröffentlicht am 26. Feb 2026 um 07:59 Uhr unter Reviews