Der Saxofonist Timo Vollbrecht studierte einst in New York bei Mark Turner und Joe Lovano, promovierte über Manfred Eicher an der NYU. Für den Auftritt im Sendesaal in Bremen brachte er eine kräftige Portion New York mit: den sachlich-klaren, immer wieder sensationellen Ralph Alessi (Trompete), dazu Chris Tordini am Bass und Thomas Strønen am Schlagzeug. Und dann ist da noch Elias Stemeseder, der am Klavier hier seine ganz eigenen Sachen macht, minimalistisch, impressionistisch, stemesederisch. Für diese Band, diesen Auftritt, diesen Saal, dieses Album hat Vollbrecht seine Stücke geschrieben. Die Mood: lyrisch, feierlich, ECM-nah. Die Melodien: faszinierend abstrakt und in detaillierten Arrangements. Ein geschlossenes Konzept, makellos umgesetzt, spieltechnisch brillant. Und doch könnten sich an diesem Album die Geister scheiden. Für die einen ist es vielleicht die perfekte Jazzproduktion, für die anderen bloß ein großer Langweiler. Das schnellste Tempo ist ein gemächliches Medium.
Text
Hans-Jürgen Schaal
Ausgabe
, Jazz thing 161
Veröffentlicht am 19. Jan 2026 um 07:58 Uhr unter Reviews
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