Rudolstadt: RUTH für Dota Kehr

Dota KehrDota KehrDer seit 2002 verliehene Weltmusikpreis RUTH geht in diesem Jahr an die Berliner Songwriterin Dota Kehr. Sie erhält ihn für ihr Mascha-Kaléko-Programm „In der fernsten der Fernen“. Kehr, die unter dem Pseudonym Die Kleingeldprinzessin bekannt wurde, zählt heute zu den bekanntesten Künstlerinnen in ihrem Genre und wirkt seit 2013 mit ihrer Band unter dem Namen DOTA. Ihre stilistische Palette ist vielfältig und schwenkte vor kurzem auf brasilianische Töne ein: Auf zwei Alben arbeitete sie etwa mit Chico César und Danilo Guilherme.

Die Beschäftigung mit der Dichterin Mascha Kaléko startete zufällig, als sie durch ein Lyrik-Büchlein mit ihren Werken in Kontakt kam. In Kalékos Versen entdeckte Kehr Seelenverwandtes, und begann, Musik dazu zu schreiben. Zur Begründung für die Preisverleihung meint die Jury: „Dota Kehr hat den ironisch-zärtlichen, oft aber auch melancholischen Ton von Kalékos Großstadt-Lyrik der 1920er-Jahre in feine Töne gegossen, so dass die Gedichte klingen, als seien sie gerade erst in dieser Text-Musik-Form geschrieben worden. Große Kunst einer klugen Dichterin trifft auf farbige Vertonungen einer klugen Musikerin.“ Das Preisgeld, so ließ Kehr verlauten, möchte sie an Ärzte ohne Grenzen und an ihren an der Nervenkrankheit ALS leidenden Musikerfreund Danilo Guilherme spenden. Verliehen wird ihr die RUTH im Rahmen ihres Auftritts beim Rudolstadt Festival am 5. Juli.

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Dota Kehr
Rudolstadt-Festival

Text
Stefan Franzen
Foto
Annika Weinthal

Veröffentlicht am unter News

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