Editorial 162

Liebe Leserinnen und Leser,

George Coleman (Foto: Arne Reimer)seine Karriere fand nicht unbedingt in der allerersten Reihe statt, und deshalb wird „der Bebop-Typ“ zuweilen unterschätzt. Für uns gehörte George Coleman aber schon immer zu den „American Jazz Heroes“ – und war entsprechend auch in der zweiten Ausgabe unserer so betitelten Bücher vertreten. Damals beklagte der Tenorsaxofonist mit dem markanten Ton, dass es nicht mehr viele Musikerinnen seiner Generation gäbe, und bekannte, dass er eigentlich schon im Ruhestand sei. Rund eine Dekade später, mit 90 Jahren, ist er aber noch immer höchst aktiv und konnte sich endlich einen lange gehegten Traum erfüllen: ein Streicheralbum aufzunehmen. Im Interview verrät er mehr darüber – und blickt auch auf Highlights wie seine Zeit im legendären Quintett von Miles Davis zurück (S. 42).

Ein bis zwei Generationen jünger sind die beiden Musiker, die Tobias Meinhart für die neueste Folge unserer Reihe „Routines & Rituals“ getroffen hat: der Gitarrist Ben Monder (63) und der Altsaxofonist Miguel Zenón (49). Beide verstehen ihre Kunst auch als Arbeit und üben deshalb sehr gezielt nach festen Routinen – wie so ziemlich alles kommt eben auch Inspiration nicht von nichts (S. 56).

Unsere Reihe „Jazz thing at the King“ wird am 15. März 2026 fortgesetzt mit einem Konzert des Supersonic Trios von dem aus St. Louis stammenden Pianisten Lawrence Fields, bekannt u. a. aus Joe Lovanos und Dave Douglas‘ Band Sound Prints. Hoher Besuch hat sich für das nächste Konzert der Reihe „Jazz thing at Nica Jazz Club“ angekündigt: Am 27. März 2026 sind Dave Holland und Lionel Loueke in Hamburg zu erleben.

Eine neue Konzertreihe startet unter dem Namen „Jazz thing at Bergson“ am 7. März 2026 im Bergson Kulturkraftwerk München – bei der Premiere gibt Spaniens Shooting-Star und Tastenmagier Marco Mezquida sich die Ehre. Man darf sich auf ein besonderes Erlebnis im klanglich herausragenden Elektra Tonquartier freuen.

Und wie in jeder ersten Ausgabe des Jahres stellen unsere Mitarbeiter*innen wieder ihre Top-10-Alben aus dem vergangenen Jahr vor (S. 54). In der Gesamtwertung findet sich einmal mehr eine erfreulich diverse Mischung aus jüngeren und älteren Heldinnen, hiesigen und internationalen Künstler*innen unterschiedlichster Spielrichtungen – so soll es sein!

Viel Freude mit dieser Ausgabe!

Axel Stinshoff
Chefredakteur Jazz thing & Blue Rhythm

Text
Axel Stinshoff
Foto
Arne Reimer

Veröffentlicht am unter 162, Heft

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