Bern: Jazzwerkstatt 2026

Seeds Of SweatSeeds Of Sweat2007 zog es eine Gesandtschaft junger Musiker/-innen aus dem schweizerischen Bern in die österreichische Hauptstadt Wien, um sich mit dem subversiv-anarchischem Gebaren eines Kollektivs vertraut zu machen. Man ließ sich nicht nur von der damals so frisch und frech auftrumpfenden Truppe der Jazzwerkstatt Wien inspirieren, sondern stellte auch in Windeseile eine 16-köpfige, österreichisch-schweizerische Band für das gleichzeitig stattfindende Festival auf die Beine. Beflügelt von diesem einmaligen Erlebnis kehrten die Gesandten in ihre Heimat zurück und riefen dort ein vergleichbares Kollektiv ins Leben: die Jazzwerkstatt Bern. Und gleich bei der Festivalpremiere 2008 gab es ein Wiedersehen mit der Jazzwerkstatt Wien, als man gemeinsam mit den Mitteln von Improvisationskünstler/-innen die im selben Jahr in Österreich und der Schweiz ausgetragene Fußball-Europameisterschaft kongenial auf die Bühne übertrug.

Seitdem findet jährlich die Jazzwerkstatt Bern als multistilistisches Musikfestival statt. „Mit unserem jährlichen Festival möchten wir Musiker/-innen zusammenbringen und Raum schaffen für Wildes, Warmherziges und Experimentelles“, so die Werkstättler/-innen. „Oft geht es um Jazz, aber nicht nur – jedes Jahr erweitern wir das Programmteam mit zwei oder drei Personen, die jeweils ihre eigenen Favorit/-innen mitbringen. So erweitern wir unseren Kreis ständig weiter.“

2026 hält die Jazzwerkstatt Bern vom 4. bis 8. März wieder Einzug in die PROGR Turnhalle in der Berner Innenstadt. Gastkurator/-innen sind in diesem Jahr die ägyptische Vokalistin Aya Metwalli und der US-amerikanische Drummer Jim Black, zusammen mit den regulären Jazzwerkstatt-Kurator/-innen haben sie ein spannendes Programm zusammengestellt. Das Eröffnungskonzert spielt der ägyptische Gitarrist Maurice Louca mit seiner Band als rauschhafte Performance, unter anderem gefolgt von Auftritten mit Sweetlife der jungen österreichischen Saxofonistin Yvonne Moriel, Seeds Of Sweat der Kölner Saxofonistin Theresia Philipp, dem Trio Kosack/Parkins/Wassermann und der panafrikanischen Improvisationsmusik von Brice Wassy mit seinem Kù Jazz Project.

Eigentlich wollte Metwalli mit dem britischen Vokalisten Phil Minton ein exklusives Programm für die diesjährige Jazzwerkstatt Bern erarbeiten. Doch dann hörte sie The Duo C.N.T. mit Louis Laurain (Trompete, Elektronik) und Pierre Bastien (Trompete, Elektronik) aus Frankreich und entschied sich anders. Als Phil & Louis & Pierre bestimmen die drei nun mit ihrem „Futuristic Dadaism“ den Schlusstag der Jazzwerkstatt Bern 2026. Und im Rahmenprogramm will sich eine Handvoll Festivalteilnehmer/-innen in Podiumsgesprächen als Einleitung in die Konzertabende einigen „Burning Questions“ stellen.

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Jazzwerkstatt Bern

Text
Martin Laurentius
Foto
Niclas Weber

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