Neustart: ELBJAZZ 2026

Ende 2015 gab es einen Schnitt bei ELBJAZZ, als eine der beiden Festivalgründerinnen, Tina Heine, die Geschäftsführung an den Hamburger Konzertveranstalter Karsten Jahnke übergab, der fortan zusammmen mit Folkert Koopmanns von der FKP Scorpio Konzertproduktionen GmbH die Geschicke dieses Festivals leiten sollte. Dieser Schritt hatte zur Folge, dass man ELBJAZZ 2016 pausieren ließ, um dann im Folgejahr mit einer kommerzielleren Ausrichtung neu zu starten.
2025 hat ELBJAZZ erneut pausiert. „Wir haben seit der Pandemie intensiv daran gearbeitet, ELBJAZZ inhaltlich und wirtschaftlich zukunftsfähig zu machen“, erklärte der einstige ELBJAZZ-Leiter Alexander Schulz von Inferno Events 2024 – und betonte: „Diesem Ziel sind wir insbesondere mit der diesjährigen Festivalausgabe ein großes Stück nähergekommen – aber wir sind in einigen Bereichen auch an Grenzen gestoßen, die einer Analyse bedürfen.“ Diese Analyse brachte wohl das Ergebnis, zurück auf Anfang gehen zu wollen.
Aber dann doch nicht so ganz, wie es wiederum in der Pressemitteilung heißt: „Nachdem wir 2025 aufgrund fehlender Verfügbarkeiten attraktiver Jazz-Headliner-Acts eine Pause eingelegt hatten, haben wir bewusst neu geplant und uns entschieden, das ELBJAZZ 2026 zeitlich mit anderen großen europäischen Jazzfestivals zu verbinden. Das Festival findet daher nun am 10. und 11. Juli 2026 statt – eine Zeit, in der viele internationale Jazz-Künstler/-innen bereits in Europa touren, was für sie den Weg nach Hamburg erheblich abkürzt. Zudem erhoffen wir uns vom neuen Datum eine stabilere Wetterlage für ein noch besseres Festivalerlebnis an der Elbe!“
Vor allem wurde die Struktur der verantwortlichen ELBJAZZ GmbH neu aufgesetzt. FKP Scorpio und Inferno Events haben die GmbH verlassen und ihre Anteile an die Karsten Jahnke Konzertdirektion abgegeben, für die Ben Mitha als Geschäftsführer eingesetzt worden ist, um sich nunmehr um die Belange von ELBJAZZ zu kümmern, mit der verbliebenen zweiten Festivalgründerin Nina Sauer als beratende Gesellschafterin. Ob diese Maßnahme zur Umstrukturierung der ELBJAZZ GmbH tatsächlich ein „Back to the roots“ zur Folge haben wird, bleibt indes fraglich.
Erste für ELBJAZZ 2026 bekannt gegebene Namen wie der vom britischen Crooner Jamie Cullum oder von José James und China Moses aus den USA sowie populäre Acts wie die Singer-Songwriterin Greentea Peng oder das Duo Herbert & Momoko mit Matthew Herbert und Momoko Gill lassen wohl eher eine weitere Kommerzialisierung erwarten als eine Fokussierung auf die Kompetenzen vom Festivalanfang vor 15 Jahren, als man bei ELBJAZZ noch auf eine Kuration des Programms gesetzt hatte. Und überhaupt haben die zurückliegenden Sommer gezeigt, dass eine stabile Wetterlage mit wenig Regen nicht wirklich Normalität im norddeutschen Juli ist.
Am 19. November beginnt jedenfalls der Kartenvorverkauf für ELBJAZZ 2026. Tickets, die noch für den alten Termin 5./6. Juni 2026 gekauft worden sind, müssen erst storniert werden, um rückerstattet werden zu können. Danach bekommt man einen Code, mit dem einem ein Sonderpreis auf ein neues Ticket für den 10. und 11. Juli gewährt werden soll.
Weiterführende Links
ELBJAZZ





