Jowee Omicil

sMiles

Bash Village/Indigo

Jowee Omicil – sMiles (Cover)Jowee Omicil greifen zu wollen, zu versuchen, ihn irgendwo zu verorten, das ist wie Vögel fangen oder Geister fotografieren. Auch auf seinem elften Album mäandert der heimatlose Multiinstrumentalist mit kanadisch-haitianischen Wurzeln zwischen Free Jazz und Kitsch, Reggae und Bebop, haitianischen Voodootrommeln und ohrwurmartigen Licks, Saxofon, Klarinette, Flöte, Taschentrompete, Rhodes, Piano und Stimme. Chaos pur? Mitnichten! In Wirklichkeit ist es der Beleg für ein großes Lebenskonzept, ein Manifest kompromissloser Authentizität, eine Befreiung der Köpfe von Genregrenzen und Denkverboten. Und „sMiles“ hat sogar so etwas wie einen roten Faden. Denn Omicil gelingt es immer wieder, seinen Vorbildern Denkmäler zu bauen, ohne diese zu kopieren. Ein Song wie Abbey Lincolns „Throw It Away“ passt maßgeschneidert in sein Portfolio, weil es ein Aufruf zum Loslassen und zur Wahrheit ist. Er verneigt sich vor Roy Hargrove und Wayne Shorter, huldigt Miles Davis und bleibt doch immer Jowee Omicil. Seine Philosophie „Trust the Note“ gilt vom ersten bis zum letzten Ton. So trägt das finale Stück den Titel „SHouLd I sMile?“ Yes!

Text
Reinhard Köchl
, Jazz thing 162

Veröffentlicht am unter Reviews

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