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Magnus Lindgren

Schwedische Wertarbeit

Bedeutsame geschichtliche Augenblicke lassen sich meist retrospektiv besser einordnen. Wie 1969, als die Mondlandung oder Willy Brandts Kanzlerschaft die Schlagzeilen bestimmten.

Magnus Lindgren (Foto: Till Brönner)

Die Strahlwirkung von Herbie Manns „Memphis Underground“, das im gleichen Jahr erschien, erkannten jedoch nur wenige. Dem Flötisten war ein genialer Umgriff vom Jazz über den Rock bis hin zum Pop gelungen, der später Musiker unterschiedlichster Prägung wie Chet Baker, Stereolab, Chick Corea, Duane Allman, Whitney Houston oder Jethro Tull beeinflusste und bis heute tiefe Spuren hinterlassen hat.

„Ich wollte einfach mal diese unglaubliche Atmosphäre reproduzieren“, beschreibt Magnus Lindgren die Intention seines ACT-Debütalbums, das er konsequenterweise „Stockholm Underground“ (ACT/edel) nennt. Dabei ging es dem 42-Jährigen weniger um Parallelen zwischen der schwedischen Hauptstadt und der einst vitalen Keimzelle von Blues und Rock’n’Roll im Südwesten Tennessees: Vielmehr habe er Herbie Mann, dem Vater des „weißen“ Funk und Soul, vor allem ein klingendes Denkmal bauen wollen.

„‚Memphis Underground‘ war eine der authentischsten Jazzplatten, die ich kenne. Denn für mich funktioniert Jazz vor allem dann, wenn er sich mit etwas anderem auseinandersetzt.“

Lindgren, den viele als Saxofonist aus Nils Landgrens Funk Unit oder an der Seite von Till Brönner kennen (beide greifen ihm auch jetzt neben der Vokalistin Ida Sand oder dem Bluesgitarristen Eric Bibb kräftig unter die Arme), spielt diesmal ausschließlich Querflöte. Wie sein Vorbild Mann legte er besonderes Augenmerk auf eine knackig groovende Rhythm Section, die sich mit dem Pianisten Daniel Karlsson und Drum-Ikone Per Lindvall ausschließlich aus schwedischen Musikern zusammensetzt.

„Deshalb ist es auch eine Hommage an unsere vitale Szene, die stark vom amerikanischen Funk, Soul und Jazz geprägt wurde“, erklärt Lindgren stolz.

Weshalb es aber auch weit entfernt von der schnöden Kopie eines Jahrhundertwerkes ist, sondern ein ganz eigenes Stück Musik, das so eben nur in Stockholm funktioniert.

Text
Reinhard Köchl
Foto
Till Brönner

Veröffentlicht am unter 120, Feature, Heft
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