Nils Petter Molvær

Be Quiet

Edition/H'Art

Nils Petter Molvær – Be Quiet (Cover)Auf seiner Homepage trägt Nils Petter Molvær eine Basecap mit dem Aufdruck „Be Quiet“. Es ist der Titel seines ersten echten Albums für Edition Records und selbstverständlich das Mantra während der Produktion. Keine verschleppten Drums, keine verzerrten Bläser – das Album ist eine Kompilation von neun intimen Duos, benannt nach den Aufnahmeorten. In Kopenhagen trifft der Trompeter auf die verstorbene Marilyn Mazur, in Bangkok auf Chang Jing an der chinesischen Wölbbrettzither Guzheng; bei einem von zwei London-Dates gar auf Led-Zep-Bassist John Paul Jones (hier am Klavier). Molvær belässt es bei subtilen Verfremdungseffekten, die Gäste bekommen viel Raum. Zeitlupenhafte Ambient-Seligkeit, zuweilen haarscharf am Rand der Verkitschung (beim Jean-Michel-Jarre-artigen „Rome“). Wirklich interessant ist das letzte Drittel: Trance mit Stachelgeiger Soheil Shayesteh („Amsterdam“), endlich sacht-dubbige Beats mit Electronica-Minimalist Alva Noto („Berlin“) und ein atemberaubend schöner Schluss mit Cellistin Anja Lechner („München“). Vielversprechender Label-Auftakt.

Text
Jan Paersch
, Jazz thing 165

Veröffentlicht am unter Reviews

Leverkusener Jazztage