Berlin: PANDAwomen Festival

Dead Leaf ButterflyDead Leaf ButterflyAm 4. November beginnt in Berlin die neunte Ausgabe des PANDAwomen Festivals. Dabei wird erstmals ein kompletter Monat im Programm der ausrichtenden Spielstätte PANDA Platforma in der Kulturbrauerei in Pankow ausschließlich von Künstlerinnen, Musikerinnen, Autorinnen, Performerinnen und Kuratorinnen gestaltet: Das Programm umfasst 22 Veranstaltungen unter den üblichen hauseigenen Reihentiteln wie PANDAtalks, PANDAexhibitions, PANDAtheater, PANDAworkshop und den Konzertreihen PANDAmusic und PANDAglobal und PANDAexperimental, nur eben ohne Männer. Letztere Rubrik eröffnet das Festival mit einem Auftritt des international besetzten Quartetts Dead Leaf Butterfly, der konsequenterweise unter dem Untertitel PANDAjazz steht. Die Besetzung Lina Allemano (Trompete), Els Vandeweyer (Vibrafon), Maike Hilbig (Kontrabass) und Lucia Martínez (Schlagzeug) verspricht „plenty of space to disagree, regroup and change direction“.

Noch mehr Mallet-Instrumente und obendrein japanische Percussion verspricht am 11. November das Konzert des Hikaeme Trio von Taiko Saito (Vibrafon, Marimba, Kakeai, Taiko-Trommel) Yuko Oshima (Schlagzeug, Rin, Stimme) und Rieko Okuda (Piano, Kakeai). Weitere Highlight auf der Experimentalschiene: Aki Takase (Piano) im Duo mit Silke Eberhard (Saxofon) am 18. und das auf präparierte Instrumente spezialisierte Red Color Trio am 25. November. In der Reihe PANDAglobal trifft in einem Doppelkonzert am 13 November das estnische Duo Kuula Hetke, bestehend aus den improvisierenden Flötistinnen Kärt Pihlab und Katariina Tirmaste, auf die mikrotonalen Polyphonien des international besetzten Berliner Vokalensmbles Perperúna.

Noch mehr musikalisches Weltwissen vermitteln die Sängerin Lidya Durmazgüler („Women of Rebetiko“, 15.11.), das aus iranischen Traditionen schöpfende Aban Ensemble mit anschließendem DJ-Set von DJ Rosemah (21.11.) und ein Workshop der Sängerin Sasha Lurje unter dem Titel „Froyens-Lid: Women’s Voices in Yiddish“ (28.11.). An diesem Tag klingt der Festivalmonat aus mit dem Konzert belarussischen Folk/Pop-Künstlerin Anastasia Rydlevskaya und abschließendem DJ-Set von Svetomusika. Die PANDA Platforma fungiert seit 2009 als „Drehscheibe zwischen den Kulturen, Generationen und Mentalitäten“ mit ausgezeichnetem Kulturprogramm und einem Schwerpunkt (aber nicht beschränkt auf) Osteuropa. Ihre aktive Positionierung gegen russische Staatspropaganda hat ihr in Russland bereits das Prädikat „unerwünschte Organisation“ beschert.

Weiterführende Links
PANDAwomen Festival

Text
Eric Mandel
Foto
Dovile Sermokas

Veröffentlicht am unter News

Ingolstädter Jazztage