Multiphonics

08.10. & 9.10.2020, Köln

Jin JimJin JimKurz vor dem zweiten Lockdown konnten die Multiphonics, das Kölner Festival rund um die Klarinette, im Alten Pfandhaus mit einem abgespeckten Programm über die Bühne gehen. Dabei zeigten die acht von der künstlerischen Leiterin Annette Maye programmierten Bands eine beeindruckende stilistische Bandbreite auf. Das reichte von ganz leise – Lars Duppler und Stefan Karl Schmid präsentierten isländische Schlummerlieder – bis zu dem raffiniert gestalteten Jazz mit Space-Rock-Anleihen des österreichischen Gitarristen Mahan Mirarab (seine Doppelhalsgitarre ließ unwillkürlich an Jimmy Page denken) und seiner „Persian Side Of Jazz“. Er hatte als Gast die iranische Klarinettistin Mona Matbou Riahi an Bord, die später noch einmal beim künstlerischen Höhepunkt, der Festivalband Multiphonics 8, dabei sein sollte. Diese widmete sich mit gleich vier Klarinettisten der spannungsreichen Musik der österreichischen Bassistin Gina Schwarz, die auch vom Wumms des Schlagzeugers Dirk-Peter Kölsch profitierte. Ähnlich spektakulär agierte Jin Jim, die mit Nico Stallmann einen hoch virtuosen und gleichfalls aggressiv vorpreschenden Schlagzeuger in ihren Reihen hatte. Auch die reinen Klarinetten-Ensembles wussten zu überzeugen: Das Quartett Woody Black 4 setzte zeitweise auf die erfrischende Gastsängerin Patrizia Moreno, Gebhard Ullmanns Clarinet Trio entließ das Publikum mit gewitzten kammermusikalischen Tönen in die Nacht.

Text
Rolf Thomas
Foto
ACT/Mirko Polo

Veröffentlicht am unter Scene & Heard