Jazz thing präsentiert

Youn Sun Nah. Inspiriert von Phil Collins

So viele eigene Songs hat Youn Sun Nah noch nie auf einem Album veröffentlicht. Gleich sechs Eigengewächse finden sich auf „Immersion“ (Arts Music/Warner) – aber auch sieben Coverversionen.

Youn Sun Nah (Foto: Sung Yull Nah)

Neben Klassikern wie Leonard Cohens „Hallelujah“ und Marvin Gayes „Mercy Mercy Me“ hat sich Nah unter anderem für eine extrem entschleunigte und heruntergefahrene Fassung des alten Motown-Hits „You Can’t Hurry Love“ entschieden – im Original ein munterer Dance-Track von Diana Ross & the Supremes. „Ich habe das Lied als Kind geliebt – und zwar in der Version von Phil Collins“, gibt Youn Sun Nah grinsend zu. „Das Original von den Supremes habe ich erst viel später gehört und dann festgestellt, dass Phil sich ziemlich am ursprünglichen Arrangement orientiert hat. Ich dachte, zum 60-jährigen Motown-Jubiläum würde es gut passen. Erst glaubte ich, dass es irgendwie dancy klingen müsste, aber schließlich ist es dann doch sehr, sehr langsam geworden.“

Für ihre eigenen Songs hat Nah mit Songwritern wie Morley Shanti Kamen und Rosita Kèss zusammengearbeitet, sie hat aber im berührenden Opener „In My Heart“ auch einen Text des persischen Mystikers und Dichters Rumi vertont. „Ich beginne eigentlich immer mit einer Melodie“, erzählt die Sängerin. „Wenn mir dann kein Text einfällt, frage ich Rosita oder Morley, die beide extrem gute Songschreiberinnen sind.“ Die Instrumentierung ist sparsam: Neben Nahs Kalimba und den Klangflächen des Produzenten und Multiinstrumentalisten Clément Ducol ist eigentlich nur noch das Cello von Pierre-François Dufour zu hören.

Jazz thing präsentiert
Youn Sun Nah
07.05. München, Muffathalle
20.05. Allensbach, Jazz am See
21.05. Freiburg, Jazzhaus
23.05. Düsseldorf, Savoy Theater
24.05. Worpswede, Music Hall
25.05. Oldenburg, Kulturetage
27.05. Heidelberg, Stadthalle

Text
Rolf Thomas

Veröffentlicht am unter Live things