Jazz thing präsentiert

Überjazz 2019

Der Name sagt es schon: Beim Überjazz Festival in Hamburg geht es immer ein bisschen über den handelsüblichen Jazzbegriff hinaus. Das wird auch bei der diesjährigen zehnten Ausgabe vom 30. Oktober bis zum 2. November auf Kampnagel nicht anders sein.

Kate Tempest

Nicht der handelsübliche 95-Jährige ist jedenfalls der amerikanische Saxofonist Marshall Allen. Seit Jahren leitet er das Sun Ra Arkestra, dem er auch beim Überjazz vorstehen wird – und das ist wörtlich zu verstehen: Beim mœrs festival zu Pfingsten absolvierte er seinen Gig jedenfalls im Stehen.

Ansonsten schlägt sich natürlich auch die hochgelobte derzeitige britische Jazzszene im Programm nieder. Mit der britischen Rapperin und Autorin Kate Tempest kommt eine Akteurin nach Hamburg, die bereits beim Berliner XJazz-Festival für Furore gesorgt hat.

The Comet Is Coming (Foto: Fabrice Bourgelle)

Eine sehr angesagte Mischung aus Jazz, Elektronik, Funk und Psychedelic Rock spielt die Formation The Comet is Coming, eines der Aushängeschilder des britischen Saxofonisten Shabaka Hutchings – in der Kometenband nennt er sich allerdings „King Shabaka“ –, der die Londoner Szene seit Jahren auf Trab hält. The Comet is Coming haben erst in diesem Jahr ihr zweites Album „Trust In The Lifeforce Of The Deep Mystery“ auf dem legendären Impulse!-Label veröffentlicht.

Die Sängerin und Cellistin Kelsey Lu hat bereits mit Lady Gaga und Father John Misty zusammengearbeitet und selbst schon mit ihrer EP „Church“ für Aufsehen gesorgt. In Hamburg wird sie natürlich ihr Debütalbum „Blood“ (Columbia/Sony) vorstellen, das nicht zuletzt durch eine aufsehenerregende Fassung des 10cc-Hits „I‘m Not In Love“ durch die Decke gegangen ist.

Wiederum aus London stammt das Ezra Collective, dessen Musik vor allem auf den Dancefloor zielt. Das Quintett um die Brüder TJ und Femi Koleoso an Bass und Schlagzeug spielt eine technisch versierte Mischung aus Jazz, Afrobeat und HipHop und hat ebenfalls mit „You Can’t Steal My Joy“ (Enter the Jungle/Membran) gerade sein Debütalbum vorgelegt.

Mehr zum Programm unter www.ueberjazz.com.

Foto
Fabrice Bourgelle

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