Jazz thing präsentiert

Multiphonics 2019

Im letzten Jahr war es die New Yorkerin Anat Cohen, die als übersprudelnde „Artist in Residence die Multiphonics, das Festival rund um die Klarinette, prägte. Die künstlerische Leiterin Annette Maye setzt in diesem Jahr vom 29. September bis zum 16. Oktober in Köln, Düsseldorf und Dortmund auf den Holländer Joris Roelofs – und steigt wie immer auch selbst in den Ring.

Annette Maye

Mit Roelofs und den Multiphonics7 – vier Klarinettisten plus Rhythmusgruppe – spielt sie „Rope Dance“, dessen Überarbeitung einer 75-minütigen Suite, die sich mit Nietzsches Vision des Seiltänzers beschäftigt, der im Tanz die Freiheit von allen Hemmungen sah.

Joris Roelofs & Han Bennink

Aber auch für die kleine Form des Duos haben die Multiphonics Platz: Die niederländische Schlagzeuglegende Han Bennink trifft auf Joris Roelofs, und Klarinettist Jürgen Kupke spielt mit dem Pianisten Hannes Zerbe Lieder von Hanns Eisler.

Michael Riessler begleitet Episoden aus dem Stummfilm „Unheimliche Geschichten“ von Richard Oswald aus dem Jahr 1919 live mit der Bassklarinette. Ebenfalls solo bringt der Schweizer Jan Galega Brönnimann akustische und elektronische Klanglandschaften auf die Bühne – er lässt sich dabei aber vom visuellen Kollektiv Optickle unterstützen. Der österreichische Klarinettist Pepe Auer spielt mit seinem Quartett, mit dem er gerade die CD „White Noise“ veröffentlicht hat.

Kinan Azmeh (Foto: Martina Novak)

Der syrische Wahl-New-Yorker Kinan Azmeh bringt ebenfalls ein Quartett auf die Bühne (am 11.10. im domicil Dortmund und am 16.10. in der Kölner Philharmonie) – Azmeh hat seine Klarinette bereits bei Daniel Barenboim, John McLaughlin und Yo-Yo Ma erklingen lassen. Ebenfalls aus Österreich kommt das Chaostrio Edi Nulz mit dem Bassklarinettisten Siegmar Brecher.

Das türkische Taksim Trio ist Wiederholungstäter: Die Männer um den Klarinettisten Hüsnü Senlendirici waren vor Jahren schon einmal bei den Multiphonics zu Gast. In Quintettstärke präsentiert der rumänische Klarinettist Alex Simu seine „Echoes Of Bukarest“.

Eröffnet werden die Multiphonics von dem Saxofonisten Paul Heller und seinem großen Next-Level-Jazz-Ensemble – an den Klarinetten wiederum Roelofs und der Amerikaner John Ruocco.

Weitere Infos bietet die Festival-Website multiphonics-festival.com.

Foto
Martina Novak

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