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Jazz thing präsentiert

Leipziger Jazztage 2021

Body Time“ heißt das Motto der diesjährigen Leipziger Jazztage, die vom 30. September bis zum 9. Oktober stattfinden. Der Grund dafür liegt auch in den Erfahrungen mit der Coronapandemie, denn die jähe Untebrechung des letzten Jahres hat auch bei den Festivalmachern einen Denkprozess in Gang gesetzt, der dazu geführt hat, in der diesjährigen Festivaledition eine besonders forschende Haltung einzunehmen.

Vielleicht liegt in der gegenwärtigen Situation ja auch die Chance, sich neuen Perspektiven hinzugeben. Auch im Jazz steht der menschliche Körper in seinem Verhältnis zu Raum, Zeit und Klang im Fokus der Aufmerksamkeit, das wollen sich die Leipziger Jazztage zunutze machen.

Nick Dunston

Zu den innovativen Projekten, die in Leipzig aufgeführt werden, gehören auch zwei Arbeiten des New Yorker Bassisten und Komponisten Nick Dunston. In „Skultura“ spielt eine vierköpfige Band, zu der die Synthesizer-Spezialistin Liz Kosack gehört, komplizierte und skurrile Kompositionen, die mit verschiedenen Ansätzen der Improvisation verbunden werden. „The Floor Is Lava!“ ist ein „Stück in Arbeit“ für fünf Kontrabässe, die mit einer gesunden Mischung aus experimenteller Komposition mit Improvisation Ideen von Resonanz und Akustik erforschen.

„PoLy-Mirrors/a re-performance of feminine diagonals“ ist eine Choreografie von Naima Mazic, zu der der deutsche Pianist Elias Stemeseder die Musik geschrieben hat. Darin setzen sich die beiden auch mit dem Standard „Nefertiti“ von Wayne Shorter und Miles Davis auseinander.

Laura Totenhagen (Foto: Fabian Karch)

Das Trio Weichplast gehört zu den kompromisslosesten Bands, die der Leipziger Jazz zurzeit im Angebot hat. „Fallen Crooner“ ist ein Projekt des Leipziger Bassisten Robert Lucaciu, in dem er sich mithilfe von Musiker/-in­nen wie der Posaunistin Shannon Barnett, der Sängerin Laura Totenhagen und dem Schlagzeuger Moritz Baumgärtner auch mit der eigenen Männlichkeit auseinandersetzt.

Sonia Loenne

Elektroniker Alwin Weber, Saxofonist Bruno Angeloni und Schlagzeuger Steffen Roth erkunden Schmelzprozesse von akustischer Improvisation und elektronischer Synthese – und das vor allem laut. In „Defrosting People“ genügt Sonia Loenne „meine Stimme, manchmal ein Mikrofon und die PA“, sie möchte ihre Musik vor allem aus sich selbst heraus entwickeln. In Kooperation mit dem Südtirol Jazzfestival widmet sich das Euregio Collective dem Werk „Floating: Reflections On Water“. Außerdem im Programm: Jaga Jazzist und Antonia Hausmann mit „(SK)IN – SIDE – OUT“.

Weitere Programmpunkte der 45. Leipziger Jazztage, die zum Redaktionsschluss noch nicht bestätigt waren, findet man unter jazzclub-leipzig.de im Netz.

Foto
Fabian Karch

Veröffentlicht am unter Live things