Jazz thing präsentiert

Leipziger Jazztage 2018

Vom 11. bis 20. Oktober lautet das Motto der 42. Leipziger Jazztage in diesem Jahr „Fish and Chips“ – hinter diesem etwas verblüffenden Thema verbergen sich natürlich keine anderen als Musiker der jungen britischen Jazzszene, die seit einiger Zeit auch außerhalb der Britischen Insel für Furore sorgt.

Soweto Kinch

Den Auftakt macht die Band Empirical mit ihren coolen, virtuosen und eigenständigen Ideen. Mit Soweto Kinch und dem Keyboarder Kit Downes – in Leipzig spielt er ein Solokonzert an der Orgel der Liebfrauenkirche – stehen zwei bereits seit Längerem etablierte britische Musiker auf dem Programm. Cineastischen Indie-Jazz mit groove- und ambientorientierten Texturen bietet das Hidden Orchestra mit Gründer Joe Acheson an Bass und Electronica sowie Pianistin und Geigerin Poppy Ackroyd.

Matthew Herbert (Foto: Chris Plytas)

Den Sound zum Abschied der Insel aus der Europäischen Union will Matthew Herbert’s Brexit Big Band auf die Bühne bringen – u. a. mit Musikerinnen der Leipziger Musikhochschule und des hiesigen Vocalconsort.

Yazz Ahmed (Foto: Giulietta Verdon Roe)

Die junge Trompeterin Yazz Ahmed erinnert wenig fantasiebegabte Kritiker an – genau – Miles Davis, und die Vokalveteranin Maggie Nicols tut sich für ein Konzert mit „Nevergreens“ von Bob Dylan, Otis Redding und den Beatles mit dem Gitarristen Joe Sachse zusammen.

Elliot Galvin Trio (Foto: Dave Stapleton)

Der neue Stern am Londoner Klaviertriohimmel soll das Elliot Galvin Trio sein, ganz sicher ein Altmeister ist Dave Holland, der mit seinem All-Star-Quartett Aziza mit Chris Potter, Lionel Loueke und Eric Harland kommt. Ebenfalls eine Abgesandte aus Hollands Generation ist die britische Sängerin Norma Winstone, die erst kürzlich mit ihrer Filmsong-CD „Descansado“ auf ECM für Aufsehen sorgte. Zum Festivalabschluss schlägt der deutsche Gitarrist Christian Kögel eine Brücke zu den Briten und befasst sich mit dem Album „Jazz“ von Queen.

Oli Steidle & The Killing Popes

Soweit die britische Themenlage, es haben sich aber neben Kögel auch ein paar weitere deutsche Musiker ins Programm geschmuggelt: Oli Steidle & The Killing Popes spielen hochenergetischen Power-Jazz, wogegen Fazer – die Gewinner des BMW Welt Young Artist Jazz Award 2018 – mit grooveorientiertem Postrock-Jazz überzeugen wollen. Max Andrzejewskis Hütte spielt mit Gästen die Musik von Robert Wyatt, und schließlich bringt Michael Wollny die „Goldberg-Tangenten“ mit Leafcutter John und Alex Nowitz auf die Bühne.

Zwei Stars der amerikanischen Szene kommen ebenfalls nach Leipzig: James Farm heißt das All-Star-Quartett des Saxofonisten Joshua Redman mit Aaron Parks, Matt Penman und Eric Harland, und der israelische Trompeter Avishai Cohen reist mit seinem New Yorker Quartett, bestehend aus dem Pianisten Yonathan Avishai, dem Bassisten Barak Mori und dem Schlagzeuger Ziv Ravitz, an.

Weiterführende Links:
Leipziger Jazztage 2018

Foto
Chris Plytas, Giulietta Verdon Roe, Dave Stapleton

Veröffentlicht am unter Live things

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