Jazz thing präsentiert:

Cologne Jazzweek 2022

Im letzten Jahr hat die Cologne Jazzweek ihre Premiere gefeiert, die zweite Ausgabe findet in diesem Jahr vom 13. bis 20. August statt.

Sons of Kemet

„Wir hatten bei dieser Ausgabe eine größere Planungssicherheit“, freut sich der Posaunist Janning Trumann, einer der künstlerischen Leiter des Festivals. „Eine dezentrale Struktur ist uns wichtig. Wir setzen Schwerpunkte und spielen nicht jeden Tag in jeder Spielstätte. Die Eröffnung findet im Stadtgarten statt, der Donnerstag dagegen in Ehrenfeld, wo sämtliche beteiligten Spielstätten in fußläufiger Entfernung sind.“

Bereits die Premiere zeigte eine umfassende Bandbreite von regionalen, nationalen und internationalen Jazzmusiker/-innen, die auf verschiedenen Bühnen in ganz Köln unterschiedlichste Facetten der improvisierten Musik präsentierten.

Petter Eldh Drums Project

Das Programm in diesem Jahr ist noch wesentlich umfangreicher. Mit dem Saxofonisten Anthony Braxton ist es der Jazzweek gelungen, einen der Großmeister des Jazz für das Festival zu gewinnen – Braxton wird mit seinem Trio im WDR Sendesaal spielen.

Mit der mehrfach ausgezeichneten Formation Sons of Kemet um den Saxofonisten Shabaka Hutchings kommt eine der aufregendsten Bands der aktuellen britischen Szene nach Köln. Es ist aber auch Platz für das Megaprojekt Bassmasse mit dem Solisten Dieter Manderscheid.

Brandee Younger

Die Kölner Saxofonistin Angelika Niescier wird zusammen mit der Cellistin Tomeka Reid und der Schlagzeugerin Savannah Harris – beides US-Amerikanerinnen – im Trio spielen, Harris spielt außerdem mit ihrem eigenen Trio. Darüber hinaus wird sie noch gemeinsam mit dem schwedischen Bassisten Petter Eldh und dessen Drums Project auftreten, was noch einmal betont, wie wichtig die musikalische Begegnung den Festivalmachern ist.

Davon zeugt auch das Zusammentreffen des in New York lebenden Sängers Theo Bleckmann mit der deutschen Pianistin Julia Hülsmann oder das Trio des österreichischen Pianisten Philip Zoubek, das sich mit dem belgischen Pianisten Jozef Dumoulin und der US-amerikanischen Gitarristin Ava Mendoza gleich zwei musikalische Gäste eingeladen hat. Mit Arooj Aftab ist außerdem eine frisch gekürte Grammy-Gewinnerin zu Gast. „Geschlechtliche Parität und Diversität sind uns wichtig“, sagt Trumann über die Programmplanung, „aber es geht natürlich vorrangig um den künstlerischen Anspruch der Musik.“

Jakob Bro Trio

Zu den Spielstätten der Cologne Jazzweek zählen unter anderem Stadtgarten und Loft, aber auch der Club Bahnhof Ehrenfeld, das King Georg, der Sartory-Saal, der Mediapark, der WDR-Sendesaal und die Agneskirche. Das Open-Air-Highlight am Ebertplatz hat im letzten Jahr als kostenfreies Angebot so viele Interessierte angezogen, dass die Bühne unter anderem mit einer Komposition für mehr als 60 Musiker/-innen der Kölner Jazzszene erneut zum zentralen Ort des Abschlusstages wird.

Mit dem Kölner Filmhaus als neuem Partner bekommt das Thema Musik und Film eine besondere Aufmerksamkeit, und das Rheinische Bildarchiv eröffnet bereits im Vorfeld der Jazzweek eine Ausstellung des Kölner Fotografen Chargesheimer, mit der der Cool Jazz der 1950er-Jahre bis hin zur Musik der großen Kölner Jazz-Bigbands in den 1960er-Jahren thematisiert wird.

Becca Stevens

Außerdem im Programm: das Quintett des Berliner Saxofonisten Wanja Slavin, der amerikanische Schlagzeuger Gerald Clayton, Isaiah Collier & the Chosen Few, die junge Singer-Songwriterin Rosie Frater-Taylor, das Trio der amerikanischen Harfenistin Brandee Younger, Schlagzeuger Jim Black mit seiner Band The Shrimps, das Trio des dänischen Gitarristen Jakob Bro, die ukrainische Sängerin Tamara Lukasheva plus Orchestra, der norwegische Schlagzeuger Gard Nilssen mit seinen Bands Bushman’s Revenge und Acoustic Unity, Multiinstrumentalist Nate Wood mit seinem Projekt fOUR sowie die amerikanische Sängerin Becca Stevens.

„Die Cologne Jazzweek ist das internationale Festival mit Musik der Kölner Jazzszene in der ganzen Stadt“, fasst Janning Trumann zusammen. „Es geht uns darum, Musik nahbar zu machen.“

Einen kompletten Überblick über das Programm vermittelt jazzweek.de.

Foto
Udoma Janssen, Lucy Railton

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