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Jazz thing präsentiert

Cologne Jazzweek 2021

Vom 28. August bis zum 4. September wird in Köln der musikalische Ausnahmezustand herrschen, denn zum ersten Mal geht die Cologne Jazzweek über die Bühne. Oder besser gesagt: über mehrere Bühnen, denn Spielstätten wie Stadtgarten und Loft, Clubs wie das King Georg, der WDR und der Deutschlandfunk sowie eine Open-Air-Location am Ebertplatz werden die Festivalbühnen sein.

Janning Truman (Foto: Patrick Essex)

Die Premiere des internationalen Festivals für Jazz und improvisierte Musik in Köln präsentiert in einer Woche 35 Konzerte von Mainstream bis Avantgarde. Veranstalter ist die Jazzstadt UG, eine Gründung der Kölner Jazzkonferenz, deren Geschäftsführer der Posaunist Janning Trumann ist.

„In Köln hat sich einiges getan, seit 2015 die Kölner Jazzkonferenz gegründet wurde, eine politische Interessenvertretung für die Szene“, erinnert er sich. „In derselben Zeit wurde der Stadtgarten zum Europäischen Zentrum für Jazz und aktuelle Musik erweitert. Das bedeutete Förderung der Stadt Köln und des Landes Nordrhein-Westfalen und gab Planungssicherheit für ein anspruchsvolles Konzertprogramm. Für die Musiker, die sich in der Jazzkonferenz zusammengetan hatten, war das gut. Das Loft bekam eine Erhöhung des Betriebskostenzuschusses, auch davon profitiert die Szene. Auch Ensembleförderung – nicht nur für Jazzmusiker – gibt es seit einem Jahr. Die Szene steht aber vor allem so gut da, weil Köln eine gute Infrastruktur hat. Durch die vielfältige öffentliche Förderung sind die Spielstätten nicht allein vom kommerziellen Markt abhängig. Das Festival ist für uns ein logischer Schritt, denn es fehlt ein Format, um die Entwicklung, die Köln genommen hat, abzubilden. Zum Glück haben die politisch Verantwortlichen das genauso gesehen, und so bekamen wir auch die nötigen finanziellen Mittel.“

Angelika Niescier

Allerdings möchten Trumann und seine Mitstreiter/-innen vom künstlerischen Kuratorium – Friederike Darius, Thomas Gläßer, Gareth Lubbe und Rebekka Ziegler – die Kölner Jazzszene im internationalen Austausch präsentieren. „Wir wollten nicht ein Festival schaffen, auf dem nur Kölner Musiker spielen“, sagt Trumann. „Deshalb planen wir mit einem Drittel internationaler Acts, einem Drittel aus Deutschland und einem Drittel aus Köln. Wir setzen stark auf die Kooperation mit anderen Szenen, zum Beispiel mit Amsterdam, Berlin und New York. Wir sind ein Festival, das aus der Szene entstanden ist, und das soll im Programm auch abgebildet werden.“

Nils Wogram

Dieses Programm kann sich wahrlich sehen und hören lassen. Eröffnet wird die Cologne Jazzweek vom Quartett Being & Becoming des New Yorker Trompeters Peter Evans sowie vom Quintett der Kölner Saxofonis­tin Angelika Niescier. Posaunist Nils Wogram tritt mit seiner Band Root 70 & Strings an, und aus den USA kommt Saxofonistin Melissa Aldana mit ihrem Quartett. Der neuseeländische Saxofonist Hayden Chisholm tritt in mehreren Formaten an, genau wie der britische Keyboarder Kit Downes. Ein Schwerpunkt des Festivals ist die Erinnerung an den britischen Pianisten John Taylor, der lange Jahre an der Kölner Musikhochschule tätig war. Sowohl die Pianisten Lucas Leidinger und Florian Ross erinnern an ihn als auch ein Trio des Posaunisten Henning Berg sowie die britische Sängerin Norma Winstone mit dem Pianisten (und Jazz-thing-Autoren) Pablo Held.

Christian Lillinger (Foto: Nino Halm)

Aus Amsterdam kommen das Duo aus dem Saxofonisten Ben van Gelder und dem Gitarristen Reinier Baas sowie der Pianist Martin Fondse und der Trompeter Eric Vloeimans, die mit einem Streichquartett antreten. Der legendäre Bassist Barre Philipps wird sich mit der Tänzerin Julyen Hamilton zusammentun, und der Pianist Simon Nabatov präsentiert sein New Yorker Quartett mit Gerry Hemingway am Schlagzeug. Der Berliner Schlagzeuger Christian Lillinger wird mit einem Nonett „Open Form For Society“ aufführen, wogegen der amerikanische Gitarrist Lionel Loueke ein Solokonzert gibt. Sein Kollege Pedro Martins aus Brasilien will gleich in zwei Formaten antreten – einmal mit seinem Quartett und einmal im Duo Expensive Magnets mit der Sängerin Genevieve Artadi.

Lionel Loueke (Foto: Brantley Gutierrez)

Außerdem im Programm: das Koi Septett mit Matthias Nowak am Bass und Peter Ehwald am Saxofon, die Band KORSH der Trompeterin Heidi Bayer, das Peter Weniger/Martin Sasse Quartett, das Trio des Pianisten Roman Batik, die französische Trompeterin Arielle Besson sowie das Quartett der Kölner Sängerin Anette von Eichel. Zum Abschluss des Festivals sollen der Cellist Abel Selaocoe und das Manchester Collective spielen.

Das Festival bietet einen Newsletter mit aktuellen Informationen, den man auf jazzweek.de abonnieren kann.

Foto
Patrick Essex, Nino Halm, Brantley Gutierrez

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