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In der Familie Bakken weiß man anscheinend seit jeher das Leben zu genießen. Das legen jedenfalls die „meerwertigen“ Familienrezepte nahe, die Rebekka Bakken für unseren Chef-Gourmet Dieter Ilg und beider Gastgeber Wolfgang Muthspiel gekonnt zubereitete und mit perfekter Weinbegleitung versah. Eigens aus diesem Anlass war Bakken in ihre langjährige alte Wahlheimat Wien geflogen und hatte sogar tiefgefrorene, hochsensible und überaus kostbare Meeresspezialitäten aus ihrem Geburtsland Norwegen im Köfferchen mitgebracht. Damit Dieter Ilg seiner Begeisterung hierüber angemessen Ausdruck verleihen kann, haben wir der Schilderung eine zweiteilige Folge eingeräumt – Fortsetzung folgt im nächsten Heft.

Rebekka Bakken beim WeinChickenmousseburger. Damals in New York City. Ein Gedicht in meiner kulinarischen Erinnerung, die mitunter einige Kapriolen schlägt. Nicht in diesem Fall. In den Bann gezogen von perfekter Großmenge an Hühnerfett, wabert in meinem Darmhirn einmütige Zufriedenheit, wenn ich an die Verspeisung dieser hausgemachten Fastfood-Verkörperung denke. Andererseits muss ich nur gelegentlich nach unten oder in den Spiegel schauen, um leicht versteckte Restdepots gut angelegten Specks zu erspähen. Mein persönliches Aktiendepot. Mit mir könnte man Gänseschmalz stehlen … – oder in Schweineschmalz Gebackenes entführen und Lösegeld verlangen, auszuzahlen in Butterbergen statt Wareneuros. Naturalienhandel statt schnöden, unsinnlichen Leerkäufen … Doch nicht erst beim Einkaufen, sondern mit dem Erhalt der Einkaufsliste zur Einsichtnahme und Erörterung schwant mir ein meerwertiges Essen, mit vornehmlich nordeuropäischen Wasserbewohnern als Eiweißlieferanten im spätsommerlichen Wiener Herbst. Die Kühle des nahenden Winters sehnend. Dazu verführt uns kein erfrischendes Blondes (Bier), sondern eine gefühlsbetonte Norwegerin. Eine Dame ihresgleichen.

Unsere verabredete Begegnung am Rande des Naschmarkts hält manchen vor Rot wartenden Autofahrer ab, bei Grün der Ampel loszufahren. Entgeisterte Wiener. Immer noch besser als kalte Frankfurter (Würstchen) oder ungewürzte Thüringer wie Nürnberger (Rostbratwürste). Fett beiseite, Vorfahrt für Eiweiß. Fischiges. Doch zuvor und zuallererst zu Rebekkas Lieblingssommelier in Österreichs Hauptstadt, einem französischen Austernöffnungsenthusiasten aus der Normandie. Jener arbeitet bei Wein & Co in der Filiale am Naschmarkt und beriet unsere Küchenchefin in ihrer Weinwahl, die genauestens nach Rebekkas Gusto abgestimmt sein sollte, um mit den unterschiedlichen Speisengängen zu harmonieren. Wohl geplant. Feinjustierung von Begleitflüssigkeiten. Welche Nahrungsmittel sind so schirch, dass sie sich auf diese Gabe nicht freuen würden?

Mit prallen Tüten und Kartons jonglieren wir uns durch die Menschenmengen. Es riecht nach Pferdeäpfeln, aber kein Fiaker weit und breit. Ist das regionalspezifischer Biodiesel oder eine olfaktorische Fata Morgana? Keine Burka in der Burggasse. Zu viel verkaufte Pferdeleberkässemmeln? Au Backe! Die Tütengriffe und Taschenhenkel bohren sich in mein Handfleisch, ich konzentriere mich aufs Ausatmen, den Schmerz in die Welt blasend. Was kann das für ein Schmerz sein, wo auf der Welt zu Tode gehungert wird und gleichzeitig so viele Nahrungsmittel im Abfalleimer verschwinden, dass es von der Menge her reichen würde, alle Menschen auf diesem Planeten zu ernähren. Wir stoßseufzen durch die Schleifmühlgasse.

Wolfgang MuthspielNoch drei Stockwerke, noch zwei, noch eines, wir nehmen all unseren Mut zusammen und läuten Sturmglocken. Wolfgang Muthspiel öffnet uns die Pforte zu seiner Heimwelt. Schnurstracks in die Küche, bevor die Arme am Boden schleifen. Der gastgebende Gitarrist schleift scharfe Messer statt weiche Fingernägel. Wir fallen uns in die Arme. Kein Beckmessern allerorten. Die Küche wartet auf die Künstlerin, der Abend beginnt. Mit einem kalten, mineralwassergetränkten Aperol. Ein Auftakt zu meinem Plaisir, da ich mich diesen Sommer nahezu verliebt habe in dieses (italienische) Kultgetränk. Eiswürfel schmelzen. Beloved.

Die ausgepackten Utensilien stapeln sich auf dem Küchentisch. Sortierung und Orientierung sind angesagt. Rebekka lässt sich die Schürze von Wolfgangs Partnerin Christa, ihrerseits Gemälderestauratorin, umbinden. Das passt ins Bild, hat Stil und legt respektvolle Kompetenz und keine Starallüren an den Tag. Auch eine Schürze kleidet. Schürzenjägerinnenblues. Siehe auch www.schürzenjägerin.de

Was es nicht alles gibt. Und vor allem: Was es alles gibt!

Text
Dieter Ilg
Foto
Laura Pleifer

Veröffentlicht am unter 91, Jazz cooks
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