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	<title>Kommentare zu: Mean a thing</title>
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	<item>
		<title>Von: Johannes Schaedlich</title>
		<link>https://www.jazzthing.de/blogthing/mean-a-thing/#comment-428</link>
		<dc:creator><![CDATA[Johannes Schaedlich]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Nov 2008 19:55:42 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die Betrachtungen über Kohärenz, Koinzidenzen im Hören insbesondere vor (individuellen) Erfahrungshintergründen bzw. der Einbeziehung/Mobilisierung von &quot;Minimal-Erinnerungen&quot; - Zitat Christopher Dell: &quot;immer neue Hörsyntheleistungen&quot; - finde ich außerordentlich interessant; scharfsinnig und sehr einleuchtend analysiert. Auch ich glaube, daß &quot;Jazzhören (dann) um einiges aktiver als Klassikhören&quot; wäre - ich glaube im Grunde, daß es in der Tat so ist (meine Erfahrunghintergründe in mehrerlei Musik-Genres sagen mir das).

Ich bezweifele allerdings den ergebnisähnlichen Schluß - Zitat: &quot;ob etwas swingt oder nicht, hängt also davon ab, ob es in unsere Konzeption passt oder nicht&quot;. Ich erlaube mir hier mal, die leicht abweichende Differenzierung in &quot;ob wir etwas als swingend wahrnehmen, hängt also davon ab...&quot; zur Diskussion zu stellen.
Ich finde den kleinen Unterschied groß genug. Erst dann käme das für meine Begriffe der Wahrheit näher. Ziemlich nahe sogar, würde ich sagen.
Zu beurteilen, ob eine swingende Musik nun auch wirklich swingt, würde wohl eine Art &quot;fortgeschrittene Objektivität&quot; erfordern, die jedenfalls in einem vitalen Verhältnis zu fortgeschrittenem Niveau an erfahrenen, oder wenn man so will: abslovierten Hörsyntheseleistungen stehen müßte.
Mit &quot;vital&quot; meine ich, daß man über Swing gleichzeitig in einer eher verstandesbezogenen Weise &quot;bescheid wissen kann&quot;, also verstehen, was in der Musik da gerade vor sich geht und das dann auch spürt, also physisch empfindet, wenn&#039;s swingt.

Dazu eine sehr subjektives Statement: ich fand es immer ganz interessant, daß man so schwer (eigentlich gar nicht) erklären kann, was nun Swing ist - eigentlich mindestens genausowenig wie man z. Beispiel &quot;Groove&quot; oder auch Blues &quot;rein intellektuell&quot; erklären kann (aber das ist dann wohl doch noch ein bißchen anderes Thema)  - also, ich fand (finde) gut daran, daß ich das alles genau gerad ohne die sonst übliche, in &quot;westlicher&quot; Kultur ziemlich verankerte dualistische Aufteilung so mehr oder weniger gleichzeitig kapieren und empfinden kann. Auch zunächst kompliziertere Dinge wie z. Beispiel irgendwelche zusammengesetzte, ungerade Metren oder &quot;weit draußen liegende&quot; harmonische Strukturen kann ich nach anfänglichen Denk-Phasen (möglicherweise) in dieses &quot;Verstandesgefühl&quot; hineinnehmen. So viel als subjektive Erläuterung zu &quot;Konzeption&quot; im Sinn wie oben zitiert.

Noch einen Zweifel habe ich allerdings gegenüber der Feststellung, daß der einzige Unterschied zu zeitgenössischer bildender Kunst der sei, daß es dort einen Diskurs gäbe. Und das mache Sinn. Ich verstehe nicht ganz: soll das u. a. heißen, es &quot;mache Sinn&quot;, daß es diesen Unterschied zwischen Jazz und zeitgenössischer bildender Kunst gibt (wenn es ihn gibt)? Oder, daß es in zeitgenössischer bildender Kunst halt nun mal einen Diskurs geben müsse? Im Unterschied zu Jazz? Wenn ja, würde ich gern wissen wozu und auch: warum wohl nicht im Jazz.
Also, wenn &quot;Diskurs&quot; eine &quot;Form einer verständnisorientierten Kommunikation, in der Aussagen und Argumentationen mit Blick auf eine gemeinsame Entscheidungsfindung nach festgelegten Regeln ohne Ansehen der Person und deren Status auf ihre Gültigkeit hin untersucht werden&quot; ist, gibt es ihn vielleicht - nur mal ein Versuch - explizit in der zeitgenössischer bildender Kunst etwa, weil man es womöglich anders nicht nachvollziehen könne, was da vor sich geht? Der Meinung wäre ich im Übrigen gar nicht mal. Wenn Diskurs als &quot;gesellschaftliche Auseinandersetzung, Erörterung, Unterhaltung&quot; verstanden wird, erlebe ich das jedenfalls sehr wohl im Bereich Musik und, spezieller, ganz gewiß auch im Jazz-Genre.

Interessant ist auch immer der Aspekt Zeit - hier besser gesagt: historische Zeit. So wie man im eigenen Erleben mit der Zeit Veränderungen - z. Beispiel in Hörkonzepten und subjektiver Rezeptionssynthese - wahrnehmen wird, wird man auch verstehen, daß z. Beispiel Swing zur Zeit sozusagen nicht gerade von in zahlenmäßiger Breite bemerkenswerten Teilen der Bevölkerung &quot;verstanden&quot; wird. Das war schon mal sehr viel anders. Wenn Einer wie im ersten Kommentar (s. o.) allerdings so wenig Tiefgründigkeit in das Thema investiert hat, bevor er den Schnabel zum Reden aufmacht, daß er Herrn Ellington Dreistigkeit für seine - im Übrigen ziemlich subjektive und insofern allegorische - Behauptung vorwerfen zu müssen glaubt, dann wird schnell klar, daß der historische Aspekt komplett übersehen wurde. Mit dem flapsigen &quot;Übersetzungs&quot;-Versuch ist ja dann auch prompt eine nahezu inhaltslose Aussage gelungen - zum Thema jedenfalls (über die Befindlichkeit des Autors selbst sagt der Kommentar ja Einiges mehr...).

Also, ob es swingt, daß es in der zeitgenössischen bildenden Kunst einen Diskurs gibt, glaube ich (auch) nicht.
Ach, und wo ich gerad bei &quot;Übersetzen&quot; war: Helge ist nicht etwa der Erfinder des alten angelsächsischen Sprichwortes &quot;the early bird gets the worm&quot; und auch nicht unbedingt originell darin (nein, auch darin nicht), daß er das ins Deutsche übersetzt hat. Na ja, gut.]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Die Betrachtungen über Kohärenz, Koinzidenzen im Hören insbesondere vor (individuellen) Erfahrungshintergründen bzw. der Einbeziehung/Mobilisierung von &#8222;Minimal-Erinnerungen&#8220; &#8211; Zitat Christopher Dell: &#8222;immer neue Hörsyntheleistungen&#8220; &#8211; finde ich außerordentlich interessant; scharfsinnig und sehr einleuchtend analysiert. Auch ich glaube, daß &#8222;Jazzhören (dann) um einiges aktiver als Klassikhören&#8220; wäre &#8211; ich glaube im Grunde, daß es in der Tat so ist (meine Erfahrunghintergründe in mehrerlei Musik-Genres sagen mir das).</p>
<p>Ich bezweifele allerdings den ergebnisähnlichen Schluß &#8211; Zitat: &#8222;ob etwas swingt oder nicht, hängt also davon ab, ob es in unsere Konzeption passt oder nicht&#8220;. Ich erlaube mir hier mal, die leicht abweichende Differenzierung in &#8222;ob wir etwas als swingend wahrnehmen, hängt also davon ab&#8230;&#8220; zur Diskussion zu stellen.<br />
Ich finde den kleinen Unterschied groß genug. Erst dann käme das für meine Begriffe der Wahrheit näher. Ziemlich nahe sogar, würde ich sagen.<br />
Zu beurteilen, ob eine swingende Musik nun auch wirklich swingt, würde wohl eine Art &#8222;fortgeschrittene Objektivität&#8220; erfordern, die jedenfalls in einem vitalen Verhältnis zu fortgeschrittenem Niveau an erfahrenen, oder wenn man so will: abslovierten Hörsyntheseleistungen stehen müßte.<br />
Mit &#8222;vital&#8220; meine ich, daß man über Swing gleichzeitig in einer eher verstandesbezogenen Weise &#8222;bescheid wissen kann&#8220;, also verstehen, was in der Musik da gerade vor sich geht und das dann auch spürt, also physisch empfindet, wenn&#8217;s swingt.</p>
<p>Dazu eine sehr subjektives Statement: ich fand es immer ganz interessant, daß man so schwer (eigentlich gar nicht) erklären kann, was nun Swing ist &#8211; eigentlich mindestens genausowenig wie man z. Beispiel &#8222;Groove&#8220; oder auch Blues &#8222;rein intellektuell&#8220; erklären kann (aber das ist dann wohl doch noch ein bißchen anderes Thema)  &#8211; also, ich fand (finde) gut daran, daß ich das alles genau gerad ohne die sonst übliche, in &#8222;westlicher&#8220; Kultur ziemlich verankerte dualistische Aufteilung so mehr oder weniger gleichzeitig kapieren und empfinden kann. Auch zunächst kompliziertere Dinge wie z. Beispiel irgendwelche zusammengesetzte, ungerade Metren oder &#8222;weit draußen liegende&#8220; harmonische Strukturen kann ich nach anfänglichen Denk-Phasen (möglicherweise) in dieses &#8222;Verstandesgefühl&#8220; hineinnehmen. So viel als subjektive Erläuterung zu &#8222;Konzeption&#8220; im Sinn wie oben zitiert.</p>
<p>Noch einen Zweifel habe ich allerdings gegenüber der Feststellung, daß der einzige Unterschied zu zeitgenössischer bildender Kunst der sei, daß es dort einen Diskurs gäbe. Und das mache Sinn. Ich verstehe nicht ganz: soll das u. a. heißen, es &#8222;mache Sinn&#8220;, daß es diesen Unterschied zwischen Jazz und zeitgenössischer bildender Kunst gibt (wenn es ihn gibt)? Oder, daß es in zeitgenössischer bildender Kunst halt nun mal einen Diskurs geben müsse? Im Unterschied zu Jazz? Wenn ja, würde ich gern wissen wozu und auch: warum wohl nicht im Jazz.<br />
Also, wenn &#8222;Diskurs&#8220; eine &#8222;Form einer verständnisorientierten Kommunikation, in der Aussagen und Argumentationen mit Blick auf eine gemeinsame Entscheidungsfindung nach festgelegten Regeln ohne Ansehen der Person und deren Status auf ihre Gültigkeit hin untersucht werden&#8220; ist, gibt es ihn vielleicht &#8211; nur mal ein Versuch &#8211; explizit in der zeitgenössischer bildender Kunst etwa, weil man es womöglich anders nicht nachvollziehen könne, was da vor sich geht? Der Meinung wäre ich im Übrigen gar nicht mal. Wenn Diskurs als &#8222;gesellschaftliche Auseinandersetzung, Erörterung, Unterhaltung&#8220; verstanden wird, erlebe ich das jedenfalls sehr wohl im Bereich Musik und, spezieller, ganz gewiß auch im Jazz-Genre.</p>
<p>Interessant ist auch immer der Aspekt Zeit &#8211; hier besser gesagt: historische Zeit. So wie man im eigenen Erleben mit der Zeit Veränderungen &#8211; z. Beispiel in Hörkonzepten und subjektiver Rezeptionssynthese &#8211; wahrnehmen wird, wird man auch verstehen, daß z. Beispiel Swing zur Zeit sozusagen nicht gerade von in zahlenmäßiger Breite bemerkenswerten Teilen der Bevölkerung &#8222;verstanden&#8220; wird. Das war schon mal sehr viel anders. Wenn Einer wie im ersten Kommentar (s. o.) allerdings so wenig Tiefgründigkeit in das Thema investiert hat, bevor er den Schnabel zum Reden aufmacht, daß er Herrn Ellington Dreistigkeit für seine &#8211; im Übrigen ziemlich subjektive und insofern allegorische &#8211; Behauptung vorwerfen zu müssen glaubt, dann wird schnell klar, daß der historische Aspekt komplett übersehen wurde. Mit dem flapsigen &#8222;Übersetzungs&#8220;-Versuch ist ja dann auch prompt eine nahezu inhaltslose Aussage gelungen &#8211; zum Thema jedenfalls (über die Befindlichkeit des Autors selbst sagt der Kommentar ja Einiges mehr&#8230;).</p>
<p>Also, ob es swingt, daß es in der zeitgenössischen bildenden Kunst einen Diskurs gibt, glaube ich (auch) nicht.<br />
Ach, und wo ich gerad bei &#8222;Übersetzen&#8220; war: Helge ist nicht etwa der Erfinder des alten angelsächsischen Sprichwortes &#8222;the early bird gets the worm&#8220; und auch nicht unbedingt originell darin (nein, auch darin nicht), daß er das ins Deutsche übersetzt hat. Na ja, gut.</p>
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		<title>Von: Michael Gottfried</title>
		<link>https://www.jazzthing.de/blogthing/mean-a-thing/#comment-427</link>
		<dc:creator><![CDATA[Michael Gottfried]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Apr 2008 15:31:01 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Ich glaube ja, dass in dem Zitat lediglich ausgedrückt werden sollte, wie schön es doch ist, wenn die Musik &quot;swingt&quot; und dies nicht dogmatisch gemeint war, sondern einfach nur so...]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich glaube ja, dass in dem Zitat lediglich ausgedrückt werden sollte, wie schön es doch ist, wenn die Musik &#8222;swingt&#8220; und dies nicht dogmatisch gemeint war, sondern einfach nur so&#8230;</p>
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		<title>Von: Martin Schüller</title>
		<link>https://www.jazzthing.de/blogthing/mean-a-thing/#comment-426</link>
		<dc:creator><![CDATA[Martin Schüller]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Apr 2008 13:50:20 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die Behauptung des Dukes (resp. Irving Mills&#039;), Musik bedeute nichts wenn sie nicht swinge, kam mir immer schon so dreist vor, dass ich mich frage, ob der Titel nicht auch übersetzt werden könnte mit: &quot;Wenn&#039;s nicht swingt, ist auch egal&quot;?]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Die Behauptung des Dukes (resp. Irving Mills&#8216;), Musik bedeute nichts wenn sie nicht swinge, kam mir immer schon so dreist vor, dass ich mich frage, ob der Titel nicht auch übersetzt werden könnte mit: &#8222;Wenn&#8217;s nicht swingt, ist auch egal&#8220;?</p>
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