<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	
	>
<channel>
	<title>Kommentare zu: Jazz, we coin!</title>
	<atom:link href="https://www.jazzthing.de/blogthing/jazz-we-coin/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.jazzthing.de/blogthing/jazz-we-coin/</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Sun, 25 Mar 2018 11:08:46 +0000</lastBuildDate>
		<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
		<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	
	<item>
		<title>Von: mampf</title>
		<link>https://www.jazzthing.de/blogthing/jazz-we-coin/#comment-518</link>
		<dc:creator><![CDATA[mampf]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 Dec 2008 11:11:53 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jazzthing.de/blogthing/?p=313#comment-518</guid>
		<description><![CDATA[So persönlich beleidigend wird nur jemand, dem es an Argumenten fehlt. Natürlich gibt es jede Menge Verehrung unter europäischen Musikern für die afro-amerikanischen Vorbilder. Aber die europäischen Musiker kämpfen wie jeder auf dem Musikmarkt (und wie jeder auf jedem Markt) um Marktanteile. Sie haben in den letzten Jahren den Jazz in Europa mehr als je zuvor in ihren Besitz genommen und die Türen gehen für die Afro-Amerikaner in Europa zunehmend zu. Und immer wieder ist die Rede davon, dass der Jazz nicht mehr den Afro-Amerikaner gehöre, sondern allen, dass die bedeutendsten Entwicklungen in Europa stattfänden usw. usw.. Tatsächlich passiert in Europa jedoch nicht das Geringste, das auch nur irgendwo in der Nähe eines Coltrane oder Charlie Parker bestehen könnte.

Bei diesem Blog-Beitrag von Uwe Wiedenstried fragte ich mich: Auf was will er hinaus? Was hat das mit Jazz zu tun? Und mir fällt auf, dass er Afro-Amerika irgendwie verschwinden lassen will. Er sagt ja regelrecht, es gäbe in Wahrheit ja gar keine Afro-Amerikaner, sondern nur Leute, die &quot;unter ihren Vorfahren auch welche aus Afrika haben&quot;. Die meisten freuen sich, mit Obama einen &quot;Schwarzen&quot; als Präsidenten zu sehen (auch wenn das keineswegs schon das Paradies bedeutet), Wiedenstried will hingegen einen Farblosen. In politischer Hinsicht verstehe ich ihn schon (auch wenn dieser Traum von der Gleichheit aller reichlich unrealistisch ist).

Wenn ich diesen Traum aber auf den Jazz-Bereich beziehe, dann bekommt dieser Wunsch nach Farblosigkeit eine ganz andere Bedeutung: Das Herausragende im Jazz (Armstrong, Parker, Coltrane usw.) ist &quot;schwarze&quot; Kultur und diese &quot;Schwärze&quot; ist bis heute eine essentielle Eigenheit dieser Kultur. Das kann man gerade an den heutigen europäischen Entwicklungen sehen: Sie gehen so beharrlich wie eh und je in eine andere Richtung als die Armstrong-Parker-Coltrane-Linie. Bei den Europäern wird der Jazz klassisch gefärbt, lyrisch, stimmungsvoll oder zur &quot;modernen Kunst&quot; (&quot;experimentell&quot; usw.), mit europäischer Folklore, Opern-Arien usw. vermischt … Jan Garbarek bringt es in dem Film &quot;Play Your Own Thing&quot; auf den Punkt: Sie haben gegenüber dem, was Charlie Parker machte, nicht die geringste Chance und können daher nur etwas anderes machen – eben ihr eigenes Ding.

Das ist auch völlig okay so. Nur: Ich stehe auf diese Armstrong-Parker-Coltrane-Sache. Ich stehe auf diesen &quot;schwarzen&quot; Jazz und will nicht, dass er von der eigenen Sache der Europäer verdrängt wird. Und wenn Uwe Wiedenstried die Farblosigkeit predigt, dann protestiere ich eben ein wenig – auch wenn das den Eigeninteressen von europäischen Musikern nicht in den Kram passt. Meinen Eigeninteressen als Hörer sollte ich doch wenigstens irgendwo auch ein bisschen Ausdruck verleihen dürfen - oder kommt es Hörern nicht zu, eine eigene Meinung und eigene Bedürfnisse zu haben?]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>So persönlich beleidigend wird nur jemand, dem es an Argumenten fehlt. Natürlich gibt es jede Menge Verehrung unter europäischen Musikern für die afro-amerikanischen Vorbilder. Aber die europäischen Musiker kämpfen wie jeder auf dem Musikmarkt (und wie jeder auf jedem Markt) um Marktanteile. Sie haben in den letzten Jahren den Jazz in Europa mehr als je zuvor in ihren Besitz genommen und die Türen gehen für die Afro-Amerikaner in Europa zunehmend zu. Und immer wieder ist die Rede davon, dass der Jazz nicht mehr den Afro-Amerikaner gehöre, sondern allen, dass die bedeutendsten Entwicklungen in Europa stattfänden usw. usw.. Tatsächlich passiert in Europa jedoch nicht das Geringste, das auch nur irgendwo in der Nähe eines Coltrane oder Charlie Parker bestehen könnte.</p>
<p>Bei diesem Blog-Beitrag von Uwe Wiedenstried fragte ich mich: Auf was will er hinaus? Was hat das mit Jazz zu tun? Und mir fällt auf, dass er Afro-Amerika irgendwie verschwinden lassen will. Er sagt ja regelrecht, es gäbe in Wahrheit ja gar keine Afro-Amerikaner, sondern nur Leute, die &#8222;unter ihren Vorfahren auch welche aus Afrika haben&#8220;. Die meisten freuen sich, mit Obama einen &#8222;Schwarzen&#8220; als Präsidenten zu sehen (auch wenn das keineswegs schon das Paradies bedeutet), Wiedenstried will hingegen einen Farblosen. In politischer Hinsicht verstehe ich ihn schon (auch wenn dieser Traum von der Gleichheit aller reichlich unrealistisch ist).</p>
<p>Wenn ich diesen Traum aber auf den Jazz-Bereich beziehe, dann bekommt dieser Wunsch nach Farblosigkeit eine ganz andere Bedeutung: Das Herausragende im Jazz (Armstrong, Parker, Coltrane usw.) ist &#8222;schwarze&#8220; Kultur und diese &#8222;Schwärze&#8220; ist bis heute eine essentielle Eigenheit dieser Kultur. Das kann man gerade an den heutigen europäischen Entwicklungen sehen: Sie gehen so beharrlich wie eh und je in eine andere Richtung als die Armstrong-Parker-Coltrane-Linie. Bei den Europäern wird der Jazz klassisch gefärbt, lyrisch, stimmungsvoll oder zur &#8222;modernen Kunst&#8220; (&#8222;experimentell&#8220; usw.), mit europäischer Folklore, Opern-Arien usw. vermischt … Jan Garbarek bringt es in dem Film &#8222;Play Your Own Thing&#8220; auf den Punkt: Sie haben gegenüber dem, was Charlie Parker machte, nicht die geringste Chance und können daher nur etwas anderes machen – eben ihr eigenes Ding.</p>
<p>Das ist auch völlig okay so. Nur: Ich stehe auf diese Armstrong-Parker-Coltrane-Sache. Ich stehe auf diesen &#8222;schwarzen&#8220; Jazz und will nicht, dass er von der eigenen Sache der Europäer verdrängt wird. Und wenn Uwe Wiedenstried die Farblosigkeit predigt, dann protestiere ich eben ein wenig – auch wenn das den Eigeninteressen von europäischen Musikern nicht in den Kram passt. Meinen Eigeninteressen als Hörer sollte ich doch wenigstens irgendwo auch ein bisschen Ausdruck verleihen dürfen &#8211; oder kommt es Hörern nicht zu, eine eigene Meinung und eigene Bedürfnisse zu haben?</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Laura Benneck</title>
		<link>https://www.jazzthing.de/blogthing/jazz-we-coin/#comment-517</link>
		<dc:creator><![CDATA[Laura Benneck]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 Dec 2008 08:40:57 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jazzthing.de/blogthing/?p=313#comment-517</guid>
		<description><![CDATA[Bislang habe ich mich in der Regel kopfschüttelnd von dem hanebüchenen Blödsinn und der sprachlichen Ignoranz, wie sie in deinen, Mampf, Kommentaren zu Tage treten, abgewandt - Ironie ist jedenfalls nicht deine Sache. Selbst auf die Gefahr hin, dass du dich quengelnd in deine Ecke zurückziehst, dieser Blödsinn oben darf nicht unwidersprochen bleiben. Ist dir eigentlich klar, dass du mit deinem retardierend-grenzdebilen Schwachsinn einem unangenehmen, überaus dumpfen Rassismus das Wort redest?

Achtung: Satire. Stichwort Segregation: Vielleicht sollte man die &quot;Afro-Amerikaner&quot; z.B. in New Orleans (dort ist ja nach Katrina ausreichend Platz) zusammentreiben (Vielleicht als &quot;Negroeland&quot; überschrieben?) - inklusive einer &quot;Jazz-Ecke&quot; -, begafft und bestaunt von den &quot;Mampfen&quot; dieser Welt? Und müssen die Weltverschwörungstheorien eines Abrams oder Max Roach nur deshalb richtig sein, weil sie Afroamerikaner sind?

Ich kenne jedenfalls keinen &quot;großen&quot; europäischen Musiker, dem es an Respekt vor den Leistungen der afroamerikanischen Jazzmusiker mangelt, gleichgültig, ob ein Enrico Rava, ob ein Peter Brötzmann, Peter Kowald oder Han Bennink. Und ich kenne keinen &quot;großen&quot; afroamerikanischen Musiker, der sich in Bezug auf seine Kunst von &quot;Rassenfragen&quot; leiten ließ bzw. lässt, gleichgültig, ob ein Miles Davis, ob ein Sonny Rollins, Cecil Taylor oder William Parker. Es sind oft solche Typen wie du, Mampf, die das Thema Rasse in Verbindung mit afroamerikanischer Kultur ins Spiel bringen. Und das bleibt unangenehm, nein: unerträglich, obwohl oder gerade weil es wohl gut gemeint ist.]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Bislang habe ich mich in der Regel kopfschüttelnd von dem hanebüchenen Blödsinn und der sprachlichen Ignoranz, wie sie in deinen, Mampf, Kommentaren zu Tage treten, abgewandt &#8211; Ironie ist jedenfalls nicht deine Sache. Selbst auf die Gefahr hin, dass du dich quengelnd in deine Ecke zurückziehst, dieser Blödsinn oben darf nicht unwidersprochen bleiben. Ist dir eigentlich klar, dass du mit deinem retardierend-grenzdebilen Schwachsinn einem unangenehmen, überaus dumpfen Rassismus das Wort redest?</p>
<p>Achtung: Satire. Stichwort Segregation: Vielleicht sollte man die &#8222;Afro-Amerikaner&#8220; z.B. in New Orleans (dort ist ja nach Katrina ausreichend Platz) zusammentreiben (Vielleicht als &#8222;Negroeland&#8220; überschrieben?) &#8211; inklusive einer &#8222;Jazz-Ecke&#8220; &#8211;, begafft und bestaunt von den &#8222;Mampfen&#8220; dieser Welt? Und müssen die Weltverschwörungstheorien eines Abrams oder Max Roach nur deshalb richtig sein, weil sie Afroamerikaner sind?</p>
<p>Ich kenne jedenfalls keinen &#8222;großen&#8220; europäischen Musiker, dem es an Respekt vor den Leistungen der afroamerikanischen Jazzmusiker mangelt, gleichgültig, ob ein Enrico Rava, ob ein Peter Brötzmann, Peter Kowald oder Han Bennink. Und ich kenne keinen &#8222;großen&#8220; afroamerikanischen Musiker, der sich in Bezug auf seine Kunst von &#8222;Rassenfragen&#8220; leiten ließ bzw. lässt, gleichgültig, ob ein Miles Davis, ob ein Sonny Rollins, Cecil Taylor oder William Parker. Es sind oft solche Typen wie du, Mampf, die das Thema Rasse in Verbindung mit afroamerikanischer Kultur ins Spiel bringen. Und das bleibt unangenehm, nein: unerträglich, obwohl oder gerade weil es wohl gut gemeint ist.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: mampf</title>
		<link>https://www.jazzthing.de/blogthing/jazz-we-coin/#comment-516</link>
		<dc:creator><![CDATA[mampf]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Dec 2008 12:53:35 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.jazzthing.de/blogthing/?p=313#comment-516</guid>
		<description><![CDATA[Gerade im Zusammenhang mit Jazz ist es falsch, den Begriff &quot;Afro-Amerikaner&quot; mit der genetischen Abstammung gleichzusetzen. Afro-Amerika ist hier vor allem eine kulturelle Sache (die natürlich mit der &quot;rassischen&quot; kompliziert verwoben ist). Kein Martin Luther King wollte es, dass sich alle afro-amerikanische Kultur und Identität in westlicher Einheitskultur auflöst. Es ist ja auch keine genetische Frage, wenn sich z.B. viele Alpenländer in Bayern und Tirol mit ihrer Volksmusik, ihrem Brauchtum und ihrer Lebensart identifizieren.

Man könnte im Jazzbereich viel für die Afro-Amerikaner tun, indem man ihrer Kultur Respekt zollt und sie auch in der Gegenwart unterstützt. Das geschieht hier aber immer weniger. Stattdessen werden die &quot;heimischen&quot; Musiker gepusht, die mit den (Afro-)Amerikanern heute massiv in Konkurrenz treten. Wenn sich hier jemand die Auflösung der Unterschiede zwischen &quot;Schwarz&quot; und &quot;Weiß&quot; wünscht, dann frag ich mich, ob es ihm nicht in Wahrheit darum geht, den Jazz vom Afro-Amerikanischen zu trennen, weißzuwaschen und in Besitz zu nehmen. Das ist es doch, was die &quot;heimische&quot; Jazzszene seit einigen Jahren mehr als je zuvor umtreibt.

Muhal Richard Abrams: &quot;Seit Generationen läuft es darauf hinaus, dass sie die Schwarze Musik imitieren, sie von ihren Wurzeln trennen und dadurch ihre Herkunft verdunkeln. Und das ist bei den Leuten zur Gewohnheit geworden. Sie tun es quasi automatisch. Genau in dieser Zeit tun sie das auch. Und sie merken nicht einmal, dass sie uns beleidigen.&quot;]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Gerade im Zusammenhang mit Jazz ist es falsch, den Begriff &#8222;Afro-Amerikaner&#8220; mit der genetischen Abstammung gleichzusetzen. Afro-Amerika ist hier vor allem eine kulturelle Sache (die natürlich mit der &#8222;rassischen&#8220; kompliziert verwoben ist). Kein Martin Luther King wollte es, dass sich alle afro-amerikanische Kultur und Identität in westlicher Einheitskultur auflöst. Es ist ja auch keine genetische Frage, wenn sich z.B. viele Alpenländer in Bayern und Tirol mit ihrer Volksmusik, ihrem Brauchtum und ihrer Lebensart identifizieren.</p>
<p>Man könnte im Jazzbereich viel für die Afro-Amerikaner tun, indem man ihrer Kultur Respekt zollt und sie auch in der Gegenwart unterstützt. Das geschieht hier aber immer weniger. Stattdessen werden die &#8222;heimischen&#8220; Musiker gepusht, die mit den (Afro-)Amerikanern heute massiv in Konkurrenz treten. Wenn sich hier jemand die Auflösung der Unterschiede zwischen &#8222;Schwarz&#8220; und &#8222;Weiß&#8220; wünscht, dann frag ich mich, ob es ihm nicht in Wahrheit darum geht, den Jazz vom Afro-Amerikanischen zu trennen, weißzuwaschen und in Besitz zu nehmen. Das ist es doch, was die &#8222;heimische&#8220; Jazzszene seit einigen Jahren mehr als je zuvor umtreibt.</p>
<p>Muhal Richard Abrams: &#8222;Seit Generationen läuft es darauf hinaus, dass sie die Schwarze Musik imitieren, sie von ihren Wurzeln trennen und dadurch ihre Herkunft verdunkeln. Und das ist bei den Leuten zur Gewohnheit geworden. Sie tun es quasi automatisch. Genau in dieser Zeit tun sie das auch. Und sie merken nicht einmal, dass sie uns beleidigen.&#8220;</p>
]]></content:encoded>
	</item>
</channel>
</rss>
