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41. Deutsches Jazzfestival Frankfurt 2010
28. bis 31. Oktober
 
   
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win. Biografie Siegfried „Siggi“ Loch

„Er entdeckte und förderte Amon Düül und Can, produzierte die Debüt-Alben von Katja Ebstein, Sigi Schwab und Jean-Luc Ponty – immer auf der Schwelle vom Jazz zum Pop, immer auf der Suche nach etwas Eigenem und Besonderem.“

Schon das Vorwort von Tim Renner macht deutlich, wie sehr Siegfried „Siggi“ Loch einen Vollblut-A&R-Manager verkörpert, wie sehr seine besondere Persönlichkeit sein Schaffen prägt. Die Biografie „Plattenboss aus Leidenschaft“ (Edel) spiegelt anekdotenreich die Chronologie vom Aufstieg und Fall der Musikindustrie, die Stationen einer beispiellosen Karriere auf 256 Seiten. Sein nach eigenen Worten schwerstes Kapitel: der Tod von Esbjörn Svensson, „der größte Künstler, mit dem zu arbeiten ich in meinen ACT-Jahren das Glück hatte.“

Der Startimpuls kam durch den Besuch eines Sidney-Bechet-Konzerts 1955 in Hannover. Fortan war Siggi Loch ein Jazzfan, der seinen Helden auf Schritt und Tritt folgte: „Man musste nur wissen, wo, und möglichst schnell nach dem Konzert dort eintreffen. In Hannover war das aber kein Jazzclub, sondern die ,Rote Mühle' am Steintor. Ihr Betreiber war ein Jazzfan, der dafür sorgte, dass die Stripperinnen Pause hatten und dafür die Star-Jazzer ,after hours' jammen konnten. Ich hatte meine Kamera stets dabei.“ Und er wollte unbedingt selbst Jazzplatten herausgeben: Nach Tätigkeiten für EMI Electrola, Philips Ton und Warner gründete er 1992 schließlich ACT in Hamburg. 2003 zog das Label dem Chef nach Feldafing bei München hinterher.

Neben dem ECM-Gründer Manfred Eicher gilt der 70-Jährige als bedeutendster deutscher Jazzproduzent. Nur wenigen wird die Ehre zuteil, vom schwedischen König das Ritterkreuz I. Klasse des Nordstern-Ordens überreicht zu bekommen. Sein ECHO-gekürtes Label mit speziellem Geschäftsprinzip („Gewinne werden nicht entnommen, sondern in neue Produktionen re-investiert“) genießt überdies weltweite Beachtung – dank e.s.t. und Nils Landgren, aber auch Newcomern wie Vijay Iyer oder Michael Wollny

Wir verlosen drei Exemplare unter den Einsendungen, die bis 28.9. an einen Kommentar zum Heft beinhalten.