(Heads Up/in-akustik)
Wenn es einen Eleganzpreis im Fusion-Genre zu verleihen gäbe, die Yellowjackets gingen seit vielen Jahren als Daueranwärter durch – genauso wie das US-Quartett für einen Unterschätztheits-Award immer gut wäre. Auch nach dieser Neu-Veröffentlichung muss die Geschichte nicht umgeschrieben werden. Bob Mintzer bläst wieder süffige Saxofon-Linien, ohne sich in geglätteter Phrasendrescherei zu verlieren, Keyboarder Russell Ferrante drückt Tastenkombinationen, die die Kompositionen mit tänzelnder Leichtfüßigkeit und dennoch druckvollem Vorwärtsdrang veredeln, Drummer Marcus Baylor und Bassist Jimmy Haslip spielen vertracktes Zeug und brillieren mit dichter metrischer Interaktion. Und die Musikwelt? Hört weg und verpasst dabei, wie man viel Jazz und ein wenig Rock und Funk miteinander auf höchstem Niveau verweben kann, ohne dabei die Ohren mit zu viel anstrengenden Noten zu plagen. Für alle, denen Spyro Gyra zu soft und David Sanborn zu glatt ist: Unbedingt anhören!
Michael Stürm, Jazz thing 59
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