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41. Deutsches Jazzfestival Frankfurt 2010
28. bis 31. Oktober
 
   
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Blue Rhythm 30
nummer 30
frühjahr 2006

Jazz thing reviews: Hotspots.01  

Michel Sajrawy. Yathrib

Michel Sajrawy - Yathrib
more reviews

Sam Rivers
Violet Violets
(Stunt/sunny moon)

 
Trondheym
Trondheym
(NRW Records/NRW)

 
Pee Wee Ellis
Different Rooms
(Skip/Soulfood)

(Ozella/in-akustik)

„File Under: Arabic Fusion Jazz“ steht auf dem Beipackzettel, doch ganz so einfach ist das nicht mit einer Rubrik für diese elektrische und elektrisierende, nahöstliche und dennoch keinesfalls dem Westen ferne Musik. Auf vielfältige und vor allem sehr sinnliche Weise steht sie dazwischen: zwischen Electro und Acoustic, zwischen harsch und meditativ, zwischen Hochgeschwindigkeit und Vollbremsung, zwischen Gestern und Heute. Schon in der Biografie des 35-jährigen Gitarristen Michel Sajrawy sind die Gegensätze gebündelt: Der in Nazareth Geborene wuchs als christlicher Araber mit israelischem Pass auf, fühlte sich aber als Araber. In seinem festen Quartett gibt es neben ihm Oud, Bass und Schlagzeug und für diese Debütplatte noch diverse Streicher und Perkussionisten. In der Summe entfaltet das 1001 Macht, ist griffig, schwelgerisch und hoch emotional. Es ist exotisch, aber nicht fremd. Das spannt ohne eklektizistische Kleisterei seinen Bogen von Oud Of This World hin zu Mahavishnu-Artigem. Die neun Eigenkompositionen Sajrawys bleiben schön transparent. „Father“ heißt ein Stück, das beiläufig Hendrix zitiert und dann ganz unbeflissen in eine große Dramaturgie zurückschwenkt. Deren Titel „Yathrib“ steht für Medina, die fruchtbare Oase östlich vom Roten Meer, wo sich die Kulturen verbanden. Ein stimmiges Programm, das diese detailpralle, beseelte und kurzweilige Musik mit Leben füllt.

Ulrich Steinmetzger, Jazz thing 62

 
Michel Sajrawy - Yathrib