(BHM/ZYX)
Ihre Verwandtschaft zum Jazz hat Leni Stern schon vor einigen Jahren gekündigt und ihr Heil in der Singer/Songwriter-Ecke gesucht. Das neue Album darf als konsequente Fortsetzung dieser Linie gelten. Das Problem dabei: Der Stimme der Gitarristin fehlt das Format für eine solche Aufgabe. Zu dünn und beliebig sind die Vokalisen der Wahlamerikanerin aus München, um den Songs das notwendige Profil und eine Aura der Unverwechselbarkeit zu verleihen. Auch die Kompositionen, die irgendwo zwischen besserem Pop und sanftem Rock vagabundieren, besitzen eine gewisse Blutleere und enden bei dem Versuch, möglichst viele Impressionen aus der ganzen Welt in Noten zu fassen, hin und wieder in seichtem Folklorismus. Da hilft nur noch bedingt, dass Leni Stern ganz ambitioniert in die Saiten greift und mit dem Bassisten Paul Socolow, Drummer Keith Carlock, Orgler George Whitty und Saxofonisten Bob Malach Klassemusiker um sich geschart hat, die die Vorlagen mit Druck und Präzision umsetzen.
Michael Stürm, Jazz thing 59
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