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World Music

Jazz thing reviews: Hotspots.01  

Dieter Ilg & Charlie Mariano. Due

Dieter Ilg Charlie Mariano - Due
more reviews
Erik Truffaz
Saloua
(Blue Note/EMI)

 
Lincoln Center Jazz Orchestra
A Love Supreme
(Palmetto/sunny moon)

 
Dino Saluzzi & Jon Christensen
Senderos
(ECM/Universal)

(FullFat/www.fullfat.de)

Natürlich verderben mehrere Köche den Brei. Aber diese zwei können wirklich kochen. Und sie können vor allem miteinander. Der Bassist, Gastrojournalist und Jazz-thing-Hausgourmet Dieter Ilg sowie der Altsaxofonist, Dauerbrenner und Chef-Verfeinerer Charlie Mariano haben mit ihren erlesenen Menüs für die Vorgängeralben „À La Carte“ und „Eisenhans“ bereits bewiesen, dass wenig unendlich viel sein kann. Kein Cayennepfeffer in Form einer scharfen Trompete, keine als Honig getarnte, dickflüssige Orgel. Nur Salz und Pfeffer. „Due“ ist ein Duo auf einer Doppel-CD, wie sie asketischer und reichhaltiger an Eindrücken, Emotionen und Erlebnissen kaum sein könnte. Keine Kopfmusik. Keine dieser plakativ fragilen Zehenspitzengänge, denen gerne das Etikett „Kammerjazz“ aufgepappt wird. Eher ein selbstverständliches, genetisch kompatibles Miteinander von Gegensätzen. Der 82-jährige Italo-Amerikaner: extrovertiert, ein Ausbund an Kompetenz, technischer Brillanz und musikalischer Fantasie. Der 43-jährige Breisgauer: introvertiert, konkurrenzlos versiert und sensibel. Bei „Savannah Samurai“, „On The Trail“ oder „Goodbye Pork Pie Hat“ spielen Hirn und Gaumen auf transzendenter Ebene miteinander. Aber erst „Vesti La Giubba“, der überraschende Exkurs in die italienische Oper, durchstößt eine Tür zu neuen Ausdrucksformen, zu reinen, sinnlichen Empfindungen. Große Musik auf kleiner Flamme. Der schiere Genuss.

Reinhard Köchl, Jazz thing 58