(V2/Rough Trade)
Kann Musik politische Statements liefern? Lässt sich mit ihr
gar zum Widerstand aufrufen? Oder kommt das Politische nur im Außermusikalischen
zum Ausdruck? Courtney Pine kann und will wahrscheinlich auch keine
Antworten auf solche Fragen geben. Zwar ist vorne auf dem Cover
seiner neuen CD Resistance der Albumtitel in viele Sprachen
der Welt übersetzt. Doch in der Musik des englischen Saxofonisten
lässt sich eine politische Aussage nicht entdecken. Die elf
Originals (plus ein Hidden Track) bieten wieder einmal den für
Pine typisch gewordenen Stilmix, bei dem Jazz auf Rock, Soul und
Pop prallt und mit einer Prise digitaler Beats und Bytes gewürzt
ist. Aber gleichgültig, ob sich Resistance politisch
irgendwo festmachen lässt oder nicht: Gäbe es nicht den
virtuos spielenden Instrumentalisten Courtney Pine, der mit seiner
eigenwillig verschrobenen Phrasierungskunst und seinem mächtigen,
kantigen Ton auf den diversen Saxofonen stets aufs Neue die Neugierde
weckt, dann klänge sein Album arg belanglos und wäre nur
eines unter vielen.
Martin Laurentius, Jazz thing 63
Review zu Courtney Pine - Devotion
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