(Skip/Soulfood)
Diese Aufnahme von 1979 (live im Studio vor Publikum) ist ein wahrer Schatz aus dem Hamburger Archiv des Norddeutschen Rundfunks: Albert Mangelsdorff, Träger des Bundesverdienstkreuzes und zweifellos DER Trendsetter und Erneuerer des Posaunenspiels, beweist sich hier zwischen entspannter Atmosphäre und zappeliger Nervosität nicht nur als Groove-Meister, sondern auch als brillanter Klangmaler. Er lotet gemeinsam mit dem Bassisten Arild Andersen und Schlagzeuger Pierre Favre stimmungsvoll Grenzbereiche der improvisierten Musik aus, erforscht auch freie Klangräume, begeistert mit seinem typisch mehrstimmigen Solo-Spiel (besonders auf Warbling Warbler) und zeigt, dass man als Posaunist auch schon mal ein Bass-Solo begleiten kann. Mangelsdorff hält diese Aufnahme sogar für die musikalisch interessanteste Trio-Live-Einspielung meiner Karriere, also wohl für noch interessanter als die legendäre Trilogue Live! mit Jaco Pastorius und Alphonse Mouzon (1976) oder die Live In Montreux mit Jean-François Jenny-Clark und Ronald Shannon Jackson (1980). Und er hat Recht!
Stephan Mertens, Jazz thing 59
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