Beobachter der Szene hatten diese Meldung schön längst erwartet. Konnte eine Insolvenz 2003 noch abgewendet werden, scheint es nun ernst zu werden um das kleine Berliner Stadtradio. Im Mai 1995 als ambitioniertes Vollprogramm auf Mittelwelle gestartet sendet das JazzRadio Berlin seit August 1996 auf UKW. Doch die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (MABB), die Inhaberin der Sende-Lizenz, vergab zunächst nur für ein Jahr. Man traute dem kleinen Sender von Anfang an nicht zu, die wirtschaftlichen Probleme zu bewältigen und formattreu zu bleiben. 2003 musste der mittlerweile auf Animations- und Mainstream-Jazz festgelegte Sender zum ersten Mal Insolvenz anmelden. Im Mai 2010 beantragte die JazzRadio und Verlag GmbH erneut Insolvenz, jetzt hat das Amtsgericht Charlottenburg das Verfahren eröffnet. Nachdem das Insolvenzverfahren gegen das JazzRadio Berlin eröffnet worden war, schrieb die MABB die UKW-Hörfunkfrequenz 101,9 MHz in Berlin neu aus. Zur Begründung teilte man mit, dass der Insolvenzverwalter mitgeteilt habe, eine Sanierung der Gesellschaft im Wege des Insolvenzplanverfahrens lasse sich seiner Einschätzung nach voraussichtlich nicht realisieren. Da die Sendeerlaubnis nicht übertragbar sei, könne sie auch im Insolvenzverfahren nicht an einen Investor weitergegeben werden. Die Frist zur Antragstellung endet am Mittwoch, 25. August 2010, 12.00 Uhr.
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JazzRadio Berlin
Zusammengestellt von Christian Broecking, Stefan Franzen und Martin Laurentius. |