Als Michael Dorf die Knitting Factory vor sechs Jahren verkaufte, war die Aufregung groß. Besonders als bekannt wurde, dass die CDs des hauseigenen Labels nach dem Besitzerwechsel im Müll gelandet waren, machten sich Wut und Zorn unter den Musikern breit, die sich jahrelang keine Gedanken über die Rechte an ihrer Musik gemacht hatten. Der Gitarrist Elliott Sharp skizziert die Situation nach Dorfs Ausstieg: „Buchführung war nicht gerade eine der Stärken den Knitting Factory, und so haben wir alle viel Geld für Anwälte ausgeben müssen, um die Rechte an unserer Musik, die auf den Knitting Factory Labels veröffentlicht wurde, wieder zu bekommen. Mit wenig Erfolg. Michael Dorf ging es nie wirklich um die Musik.“
Als die Knitting Factory am Silvesterabend ihren Abschied von Manhattan inszenierte, eröffnete Michael Dorf einen neuen Super-Club im südlichen Manhattan: Seine „City Winery“ bietet Sitzplätze für 350 Gäste und versteht sich als Angebot für teure elegante Abendunterhaltung mit Weinverkostung und Live-Musik. Der Eintritt für Konzerte mit Suzanne Vega, Steve Nieve oder Philip Glass liegen je nach Tischwahl zwischen 50 und 100 Dollar, immer sonntags gibt es einen Klezmer Brunch. Dorf will damit gezielt Leute erreichen, die keine Lust mehr verspüren, sich bei Konzerten die Beine in den Bauch zu stehen und einfach mehr Spass daran haben, sich ein eigenes Weinfass im Keller seines Ladens zu mieten.
Zusammengestellt von Christian Broecking, Martin Laurentius und Axel Stinshoff. |