Dieses Jazzjahr wird ein gutes werden, sagt Bruce Lundvall. Von erneuten Kürzungs- und Schließungsdrohungen will der erfahrene Jazz-Manager momentan nichts wissen. Im Gegenteil: Seitdem er vor 25 Jahren die Leitung von Blue Note Records übernahm, seien schwarze Zahlen geschrieben worden, berichtet Lundvall Christian Broecking im neuen Jazz thing Podcast. Der Grund für seinen derzeitigen Optimismus ist das siebzigjährige Jubiläum der legendären Jazzplattenfirma, das nun das ganze Jahr über gefeiert werden soll. Am 6. Januar 1939 hatte der 1937 aus Berlin emigrierte Alfred Lion ein Studio in New York angemietet, um die ersten Aufnahmen zu machen. Die Pianisten Meade Lux Lewis und Albert Ammons spielten an jenem Wintertag verschiedene Boogie Woogies ein, von denen jeweils zwei später veröffentlicht wurden. „Der Blue Note-Katalog repräsentiert die Geschichte des modernen Jazz“, sagt Lundvall. Die Vision des Alfred Lion war, Musiker unter Vertrag zu nehmen, die die Musik voran bringen, doch heute gehe es vor allem darum, junge Leute als Käufer für die Blue-Note-Tonträger zu gewinnen. Das sei deshalb so schwierig, weil viele Hörer es nicht mehr gewohnt sind, sich Instrumental-Solisten anzuhören.
Weiterführende Links
Blue Note Records
Podcast mit Bruce Lundvall
Zusammengestellt von Christian Broecking, Martin Laurentius und Axel Stinshoff. |