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Blue Rhythm 37
nummer 37
sommer 2008

Jazz thing news  

Gestorben: Esbjörn Svensson

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26.06.2008
19.06.2008
16.06.2008

e.s.t. - ACT/Jim RaketeEs ist noch kein Jahr her, am 21. November 2007, als in Hamburg die Record-Release-Party für das „Live In Hamburg“-Album von e.s.t. (Akronym für Esbjörn Svensson Trio) gefeiert wurde, einen Tag, bevor sich das fulminante Hamburg-Konzert dieses Trios zum ersten Mal jährte. Aber anders als bei solchen Anlässen üblich standen nicht nur die drei Freunde Esbjörn Svensson (Piano), Dan Berglund (Bass) und Magnus Öström auf der Bühne im legendären Hamburger Star Club. Vorab gab es auch für sie ein ungewöhnliches Erlebnis: Der Gitarrist Ulf Wakenius spielte mit dem radio.string.quartet.vienna „The Music Of e.s.t.“. Die drei von e.s.t. selbst waren wie Fans vor der Bühne zu finden und lauschten der eigenen Musik, die sie seit vielen Jahren kannten - aber in dieser ungewöhnlichen Klangumgebung mit Gitarre und klassischem Streichquartett dann doch noch nicht gehört hatten. „Live In Hamburg“ (ACT/edel Kultur) ist sicherlich eines der besten Alben dieses schwedischen Trios, jedenfalls ist es das erste Live-Album nach langer Zeit. Weil es die ungeheure Energie, die von den Konzerten dieses Trios ausging, einzufangen wusse. Weil es die Faszination des ersten Zusammentreffens improvisierender Musiker festhalten konnte, wie sie sogar nach 15 Jahren noch immer in den Konzerten von e.s.t. zu entdecken war. Dieses Trio war ein Phänomen, die Musik war phänomenal. Anders als bei den zahllosen Trittbrettfahrern, die in den vergangenen Jahren auf den - auch kommerziell - enormen Erfolg von e.s.t. aufspringen wollten, war die Musik dieser Band nur an der Oberfläche schön. Doch unterhalb der Oberfläche gab es Ecken und Kanten zu entdecken, man war überrascht vom musikalischen Tiefgang, vom antizipierenden Spiel und der kompositorischen Raffinesse - und ließ sich stets von der Spielfreude dieser drei Freunde mitreißen. Sie freuten sich über den Erfolg, obwohl oder gerade weil sie kein kommerzielles Kalkül mit ihrem außergewöhnlichen Piano-Trio-Jazz verfolgten. Weltweite Anerkennung ernteten sie spätestens dann, als die drei von e.s.t. auf dem Titel des renommierten amerikanischen Downbeat Magazine zu sehen waren - als erste europäische Jazz-Musiker überhaupt. „Live In Hamburg“ wird das letzte Album gewesen sein, das zu Lebzeiten des Namensgebers von e.s.t., Esbjörn Svensson, erschienen ist: Der Pianist ist 44-jährig am Samstag, den 14. Juni, bei einem Tauchunfall in den Schären vor Stockholm tödlich verunglückt.

Weiterführende Links
e.s.t.
ACT

Zusammengestellt von Martin Laurentius und Axel Stinshoff.

 
Gestorben: Esbjörn Svensson