Seit der ersten Konzertinstallation vor fünf Jahren habe er im Stralau 68 hunderte Konzerte organisiert, berichtet Jürg Bariletti in der taz. Ohne offizielle Unterstützung hat der Schweizer Pianist die Konzerte mit Free Jazz und experimenteller Musik im Stralau 68 organisiert. Die einstige Kantine für Bahnarbeiter, die auf der Halbinsel Stralau mitten in Berlin gelegen ist, hat Bariletti 2001 selbst und aus eigener Tasche soweit saniert, dass er dort auch leben kann. Der Eintritt in Höhe von 5 Euro geht komplett an die Musiker, die Getränke, die am improvisierten Tresen verkauft werden, liegen knapp über dem Einkaufspreis. Dennoch gelten auch für solche semiprivaten Mini-Auftrittsorte Regeln: die der GEMA wurden Bariletti nun zum Verhängnis. Da er die Gebühren nicht zahlen kann, soll jetzt Schluss sein. Zuletzt habe er noch es bei der Berliner Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur versucht und 5000 Euro pro Jahr beantragt, berichtet Bariletti im taz-Interview. Damit hätte er die GEMA bezahlen und das Programm ein wenig subventionieren können. Im Stralau 68 traten Musiker wie Axel Dörner, Aki Takase und Joachim Kühn auf, es wurde in wenigen Jahren zu einem wichtigen internationalen Treffpunkt der improvisierenden Szene in der Hauptstadt; eine vergleichbare Bühne mit einem intakten Bechstein-Flügel steht nicht zur Verfügung. Das letzte Konzert findet am 13. Oktober statt.
Zusammengestellt von Christian Broecking und Axel Stinshoff. |