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Blue Rhythm 40
nummer 40
sommer 2009

jazz cooks  

Getrommeltes Huhn.
Mit Michael Küttner und Roland Peil in der Küche [1/3]

Roland Peil
Michael Küttner
Kartoffelwürfel mit Olivenöl und Sojasauce
Fotos: Lutz Voigtländer
 
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Wenn so schlagfertige und weitgereiste Musiker wie der Kubaspezialist Roland Peil und der Ostafrikaspezialist Michael Küttner in der Küche aufeinander treffen, wird so einiges nicht in einen, sondern in mehrere Töpfe geworfen. Und so konnte sich unser Chefgourmet Dieter Ilg u.a. an einem Hühnchen Zambesischer Art, kubanischen Hähnchenschenkeln und einem ghanaischen Reistopf Eitorfer Art erfreuen.

Eine Landschaft, in der die Dörfer und Weiler mit -stein oder -bach enden. Die Straße zieht sich von einer Kurve zur nächsten. Schaukelstunde. Einige Zeit später schwänzelt ein gut gemästeter Kater vor der Haustür. Michael Küttner und Roland Peil begrüßen sich herzlich. Das Schüler-Lehrer-Verhältnis hat sich in ein feines Kollegenverhältnis aufgelöst. Umarmung allerseits. Wir traben ins Haus, in dem Palmwein-Musik tönt und bereits diverse Perkussionsutensilien sich erkennbar zeigen.

Nix da, ab in die Küche, Huhn. Da liegt schon eines auf dem Küchentisch, verpackt in eine Masse, Kosmetikassoziationen meinerseits. „Wie eine Maske, hast du das in weiße Schokolade getaucht?“, entfleucht es voreilig meinem Mund. „Nicht ganz“, entgegnet Michael, „du weißt ja, lange Einweichzeit erspart lange Kochzeit“. Während Roland seine eingepackten Utensilien auf den Arbeitsflächen verteilt, erklärt uns Michael das Rezept des Hühnchens Zambesischer Art. Ursprünglich platt gegrillt über offenem Feuer, lässt die Ofenvariante in unserem Falle das Geflügel saftiger bleiben. Und schon sind wir in den schönsten Futtermittelerzählungen aus aller Herren wie Frauen Länder.

„Ich hab’die Bohnen über Nacht eingeweicht“: Frijoles Negros, schwarze Bohnen, sollen unser Mittagsmahl begleiten. Roland hatte nebst seinem Hühnchenrezept auch für den Ghanaischen Reistopf Eitorfer Art vorgearbeitet. Wir stecken bereits mitten in einer heißen afrikanisch-kubanischen Kochsession. Die Gemeinsamkeiten sind frappierend, die Unterschiede verblüffend.

Michael – der in Kiel geborene und in Bonn aufgewachsene Ostafrikaspezialist – weist mich auf den klugerweise schon vorgeheizten Backofen hin. „Ich liebe Schlagzeuger“, höre ich mich sagen in Anbetracht dieser ausgezeichneten Vorbereitung. Roland – der in Essen geborene und in Düren aufgewachsene Kubaspezialist – fragt löblichst nach dem Bioabfall und schneidet die geschälten Kartoffeln in grobe Würfel. In Olivenöl angebraten und mit Sojasauce gewürzt, verteilt sich so bereits eine appetitmachende Rauchschwade in der Küche und in den angrenzenden Räumen.

Beide Matadoren spielen nun immer intensiver im Duokontext, man(n) schnipselt, hackt, brutzelt, gart wie ein seit Jahren eingeschworenes Team. Nun verschwinden die Hühnchengerichte fast gleichzeitig im Ofen, frei nach dem Motto „Ein guter Hahn wird selten fett“... Ober-/Unterhitze – und weiter geht’s.

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Jazz cooks - Getrommeltes Huhn. Mit Michael Küttner und Roland Peil in der Küche