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Blue Rhythm 34
nummer 34
sommer 2007

Kristin Asbjørnsen. Spirituelle Reise [1/1]

Kristin Asbjørnsen
Kristin Asbjørnsen - Wayfaring Stranger. A Spiritual Songbook
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Gut die Hälfte ihres Lebens verbrachte die Sängerin Kristin Asbjørnsen mit den Songs, die sie jetzt endlich für die Ewigkeit festgehalten hat. Vor 17 Jahren lernte die bereits gospelerfahrene Tochter eines Priesters die afroamerikanische Spirituals-Sängerin Ruth Reese kennen, die bereits seit 1960 in Norwegen lebte. In einigen wenigen Treffen kamen sich die beiden so nahe, dass Kristin Asbjørnsen nach dem plötzlichen Tod ihrer Lehrerin und Mentorin ein Songbuch mit wertvollen Aufzeichnungen von Ruth Reese erbte.

Immer wieder hat sie die darin enthaltenen Lieder schwarzer Sklaven interpretiert, bis 1998 etwa auch im Duo mit dem heute sehr bekannten Pianisten Tord Gustavsen. Zu Aufnahmen ist es allerdings nie gekommen.

Die hat die Frau, die auf der Bühne etwas Elfen-, aber auch Hexenhaftes besitzt, jetzt nachgeholt. „Wayfaring Stranger – A Spiritual Songbook“ (EmArcy/Universal) ist das Album übertitelt, mit dem sie in Norwegen bereits Erfolge feiern konnte – jetzt wird es auch bei uns veröffentlicht.

„Die Frage war: Wie kann ich meinen eigenen Weg finden, mit diesen Songs umzugehen, wo ich doch unter ganz anderen Lebensumständen aufgewachsen bin als die Menschen, von denen sie stammen“, sagt Kristin Asbjørnsen, die man zuvor aus den Bands Kroyt, Dadafon und Kvitretten kannte.

Tatsächlich ist es ihr gelungen, den alten, archaischen Liedern etwas Eigenes abzutrotzen, etwas, das nie gewollt schwarz klingt, etwas, das Folk, Blues und Spirituals mit der skandinavischen Seele vereint. Ihre raue Charakterstimme setzt die sehr zierliche, rothaarige Frau über den sparsam instrumentierten Songs manchmal ganz vorsichtig, ganz zart und zerbrechlich ein. Oft aber gibt sie sich expressiv und ihre unberechenbaren Ausbrüche wirken dabei angenehm exzentrisch. Kristin Asbjørnsen:

„Bedeutung und Kraft der Songs auf ‚Wayfaring Stranger‘ haben im Laufe der Zeit nichts eingebüßt. Es stecken so viele essentielle Wahrheiten des Lebens darin. Die repetitiven Melodien und Textzeilen wirken wie ein Mantra, das einerseits sehr intim ist und andererseits diese enorme Energie besitzt. Diese Lieder enthalten so viel Pures, Nacktes, Direktes, Simples. Die einfachen Strukturen erlauben einem, sich eigene Räume in den Songs zu erschließen.“

Text und Foto: Ssirus W. Pakzad

 

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Kristin Asbjørnsen. Spirituelle Reise.