Die nigerianisch-Kölner Combo Bantu veröffentlicht ihr zweites Album seit 1998. Nach einigen Jahren, in denen sie viel Zeit in Nigeria verbracht haben und dort auch mittlerweile den vierten Hit in den Radio-Charts platzieren konnten, wenden sie sich in ihrer Arbeit wieder Deutschland zu. Wir brauchen Europa nicht", sagt Ade Bantu allerdings, Frontmann und Identifikationsfigur der Combo. Wir haben uns ein wenig auf Nigeria konzentriert. Und es war wichtig zu sehen, dass uns die Leute dort akzeptieren." Das Spiel zwischen Europa und Afrika ist im Nachbarland Frankreich alltäglich - da tummeln sich senegalesische, algerische und kamerunische Musiker -, aber für Deutschland sind solche Erfahrungen eher neu. Ade und sein Bruder Don Abi sind mittlerweile Veteranen afro-deutscher Kultur. Weep Not Child, ein zwischen Soul und Rap angesiedeltes Projekt, und Brothers Keepers, die Musik gewordene Idee, den alltäglichen deutschen Rassismus mit Musik zu attackieren, sind die wichtigen Projekte der beiden gewesen. Don Abi hat auch unter eigenem Namen eine Solo-CD veröffentlicht.
Die Orientierung Richtung Afrika hat für die in Nigeria aufgewachsenen Brüder dauerhaften Charakter. Es gibt viel zu tun in Afrika", führt Ade aus. Erst jetzt begreifen viele Menschen dort die Bedeutung einer afrikanischen Verständigung, einer afrikanischen Einheit. Die Länder müssen sich viel mehr aufeinander beziehen - bis hin zu einer innerafrikanischen Migration, die es verstärkt geben muss. Der Panafrikanismus, die alte Idee von Kwame Nkrumah, beginnt erst jetzt, sich in den Köpfen der Menschen festzusetzen. Und wir wollen ein Teil davon sein." Das deutsche Publikum kann auch ein Teil davon sein. No More No Vernacular" heißt der Track, der im Moment in Nigerias Radios gespielt wird. Und der ist Teil der neuen CD Bantu" (Nitty Gritty/Rough Trade). Ein wunderschöner, leichtfüßiger Song über die Segnungen der vielen Kulturen und Sprachen des Kontinents - gesungen auf Englisch.
Text: Max Annas |