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41. Deutsches Jazzfestival Frankfurt 2010
28. bis 31. Oktober
 
   
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Blue Rhythm 23
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Rickie Lee Jones. Schönheit unter Protest [5/7]

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Es gibt ja einen Song über den „Patriots Act“ auf dem neuen Album, „Tell Somebody“, der für mich sehr nach den „Staple Singers“ klingt.

Das stimmt. Du liegst hundertprozentig richtig. Die Referenz für diesen Song ist die Staples-Familie, die immer diese unantastbaren Grooves hatte, über die sie politischen Gospel mit sehr sozialkritischen Kommentaren gesungen hat. Das ist ziemlich bitchen!

Da ist dieses Wort, „bitchen“, das ja auch in dem Songtitel „Bitchenostrophy“ vorkommt. Was bedeutet das?

„ Bitchen“ heißt nur so viel wie cool. Es ist ein sehr unzeitgemäßer Ausdruck, vielleicht nur für die späten 60er und frühen 70er relevant. Wenn ich das Wort benutze, beschwöre ich damit diese groovy Zeiten. Aber kein Mensch weiß, was es bedeutet, und dann habe ich mir auch noch dieses Wort „Bitchenostrophy“ ausgedacht und singe auf Französisch, so dass wirklich keiner mehr irgendwas verstehen kann. Also muss ich dass wohl öfter mal erklären. Und das ist wichtig. Ansonsten könnten die Leute denken, es ginge um eine „Bitch“, und das Wort benutzen wir definitiv nie. Niemals! Der Song soll einfach dieses groovy Sportwagen-Surfer-Sixties-Flair haben, und außerdem wollte ich ganz dringend etwas Bossa-Nova-mäßiges machen. Es ist meine Art von Bossa Nova.

Am Anfang des Interviews, als ich meinte, jemand hätte mir erzählt, dass Ihr neues Album ein „politisches Album“ wäre, haben Sie die Stirn gerunzelt...

(lacht) Ich weiß schon, dass da viele politische und soziale Kommentare auf dem Album sind. Aber ich denke nicht, dass man, wenn man sich das Album zu Ende angehört hat, das Gefühl hat, man hätte eine politische Platte gehört. Obwohl man sicher jede Menge Kommentare über das gehört hat, was so passiert. Ich denke, es ist so musikalisch, dass der erste Eindruck nicht unbedingt der ist, dass es sich um eine „politische Platte“ handelt. Bei einer politischen Platte denke ich an „Sunday Bloody Sunday“, eine Platte die ich mir, wenn überhaupt, nie ganz angehört habe.

Wie wäre es mit dem Album von Elaine Brown, der „stellvertretenden Informationsministerin der Black Panther Party in Kalifornien“?

Hast du mal das Album von Eldridge Cleaver gehört? Es ist ein nicht enden wollender Wortschwall, eine Ansprache. Das ist sehr inspirierend. Obwohl es schon ein bisschen beängstigend ist, wenn er darüber spricht, dass er mich als weiße Frau töten will. Aber mir gefällt dieses „Wir werden tun, was wir tun müssen, um nicht mehr eure Bediensteten zu sein“. Ich fand das damals sehr, sehr mutig. Und es war auch ein Teil des Hippie-Dings. Weltweit und sehr cool. Aber es wurde alles zusammengeprügelt, korrumpiert, festgenommen, ermordet. Alles brach zusammen.

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