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41. Deutsches Jazzfestival Frankfurt 2010
28. bis 31. Oktober
 
   
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Blue Rhythm 23
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World Music

Rickie Lee Jones. Schönheit unter Protest [2/7]

Rickie Lee Jones
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Bevor ich Ihr neues Album bekam, hatte ich schon gehört, dass es ein „politisches Album“ wäre…

Ach? (sie runzelt die Stirn)

Ich denke mal, dass es Absicht ist, dass ich mir dann schon nach den ersten Zeilen von „Ugly Man“ dachte, dass es dabei um George W. Bush geht…

Natürlich! So sollte es sein.

…je weiter der Song ging, umso komischer fand ich das.

Gut. Exzellent. Es ist auch wirklich lustig. Und smart.

„Ghostyhead“ war ihr letztes Album mit neuen eigenen Songs. Wenn man den Informationen zum neuen Album glauben darf, haben Sie bis vor wenigen Jahren in Washington gelebt, hauptsächlich gegärtnert und ihre Tochter erzogen, bis Sie eines Tages dachten: „Vielleicht muss ich doch mal wieder einen Song schreiben.“

All meine Alben, all meine Songs brauchen ihre Zeit. Sie sind der Gipfel einer langen Entwicklung. Diesmal war da tatsächlich eine etwas längere Zeit zwischen den Alben. Man hofft ja immer wieder darauf, dass man wieder schreiben kann. Aber ich bin mental auch immer darauf vorbereitet, dass alles zusammenbricht, dass ich nie wieder einen Song schreiben kann. Was ich schreibe, wenn ich keine Inspiration habe, ist sehr, sehr ärmlich. Vielleicht hier und da mal eine gute Idee, aber nie richtig gut. Bis es wieder an der Zeit ist. Und dann sind die Songs sehr gut. Bis dahin muss man einfach warten und warten und warten.

Sie haben dieses Album selbst produziert. Ohne Label. Das wirkt gewagt.

Ja, das bedurfte einiges an Vertrauen und Mut. Die beiden Dinge bedingen sich aber auch gegenseitig. Wenn man so einen Schritt wagt, beschwört man damit vielleicht auch ein großartiges Werk. Wenn Leute ein gewisses Ansehen genießen, werden sie manchmal nicht wegen ihrer Musik, sondern wegen ihrer Person unter Vertrag genommen. Das kann ein Fluch sein. Ich habe deshalb enthusiastisch gesagt: „Bitte stellt mich nicht an, bevor ihr etwas gehört habt“. Es bricht mir das Herz, wenn ich etwas tue, was in die falschen Hände gerät. Auf jeden Fall sagte ich mir: „Ich muss ein großes Album schreiben. Hier ist all mein Geld. Und all mein Glaube an dieses Werk. Also los.“ So etwa sechs Wochen bevor das Album fertig war, kam mal ein Anruf: „Rickie, bist du jetzt bald fertig? Langsam wird es teuer und das Geld knapp.“ Aber es dauerte immerhin fünf oder sechs Monate, bis dieser Anruf kam.

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